Melonen-Papaya-Panzanella

Melonen-Papaya-Panzanella

5. August 2025

Woher „Panzanella“ kommt, ist unstrittig. Der Ursprung dieses Brotsalates liegt in Italien. Über seine Entstehung jedoch wird gestritten. Die am weitesten verbreite These besagt, dass Bauern ihn erfanden, um altbackenes Brot zu verwerten. Sie verbanden die jahreszeitlichen Schätze der Scholle mit ihm zu einer sättigenden und gesunden Mahlzeit. So entstand der allerorten bekannte Tomaten-Brotsalat.

Panzanella ist immer eine gute Idee, selbst wenn er sehr einfach zubereitet wird. Wichtig sind aromatische Tomaten und gutes Brot. Dazu milde Zwiebeln, Bohnenkerne, frisches Basilikum und unabdingbar: sehr gutes Olivenöl. Diese Zutaten sind für mich der Grundbaukasten, der schon für sich genommen mehr als eine Bereicherung ist. Ich liebe ihn, und bei uns wird er regelmäßig aufgetischt. Im Sommer schöpfe ich bei den Tomaten aus dem Vollen und nehme gerne eine bunte Mischung, die nicht nur unterschiedliche Aromen beisteuert, sondern auch das Auge verzückt. Auf unserem Bauernmarkt werde ich fündig und frage gerne nach den gut gereiften Exemplaren. Ich pimpe ihn heute zudem mit Wassermelone, Papaya, Büffel-, Schafs- und Ziegenkäse. Zu sagen, dass er beglückend köstlich und sehr sommerlich schmeckt, ist keine Übertreibung!

Tomaten auf dem Markt

Praller Geschmack in der Schüssel

Auch überreife Tomaten geben in der Salatschüssel ihr Bestes. Denn gerade im Innenleben reifer Tomaten hat sich ein vollmundiger Geschmack entwickelt. Nicht mehr ganz prall die Haut, tragen sie mit tiefem, fruchtigem Tomatengeschmack zu einem Festival der Aromen bei. Wenn guter Weißweinessig, aromatisches Olivenöl und frische Kräuter die Protagonisten beflügeln, verhelfen sie ihnen zu einem glanzvollen Auftritt. Es muss auch nicht zwangsläufig Basilikum sein. Ich nehme gerne Oregano, Minze oder Rauke hinzu. Beim Olivenöl lege ich mich ungern fest, denn die unterschiedlichen Öle unterstützen mit ihrer Persönlichkeit die Speisen jeweils auf ihre ganz eigene Art. Für einen frischen Tomatensalat bevorzuge ich jedoch das fruchtige, milde Olivenöl aus Ligurien. Eine weitere Finesse, wenn wir uns schon der ligurischen Region zuwenden, sind die von dort stammenden „Taggiasca“-Oliven. Für mich gehören sie zu den besten, die der Mittelmeerraum hervorbringt, und auch sie dürfen einen Tomatensalat gerne begleiten 💕!

Krumenvariationen

Über das richtige Brot für den Panzanella könnte man sich streiten. Wenn man wollte. Ich sage, die Wahl des richtigen Brotes ist Ansichtssache. Der traditionelle Standpunkt sieht vor „Pane Toscano“, ungesalzenes Weißbrot zu verwenden und dieses komplett in Flüssigkeit, ursprünglich Wasser, einzuweichen. Dieser Wahl der Brotsorte kann man sich anschließen. Jedoch bietet sich dem Brotverliebten eine Vielfalt an, die Optionen aufzeigt. Man kann durchaus der Auffassung sein, sich nach Gusto zu bedienen, und das Brot knusprig oder geröstet zum Einsatz bringen. Wer helles Brot bevorzugt, wählt Ciabatta. Die Brottradition der Italiener bietet die Möglichkeit, sich in der Welt von „Pane und Panini“ genüsslich zu tummeln. Jenseits von Italien nimmt man beispielsweise französisches Baguette, spanisches „Pan Cateto“ oder deutsches Kastenweißbrot zur Hand. Auch damit ist alles richtig gemacht.

Brotscheibe

Sämtliche hellen Sauerteigbrote wie Weizen-, Dinkel- oder Roggenmischbrote bereichern den Brotsalat ebenso. Wir verwenden gerne die Reste unseres Emmer-Brotes. Es wird in einem Nachbardörfchen in einer Traditionsbäckerei aus seit gefühlt einer Ewigkeit geführtem Sauerteig gebacken und dem Bäcker aus den Händen gerissen. Es ist wahr, an den Emmer-Backtagen stehen die Leute gerne dafür in der Schlange. Wir lieben es, denn es ist sehr saftig mit poriger, luftiger Krume und hat eine überaus krosse Kruste. Dabei wird es durch den robusten, nussig schmeckenden Emmer, der zu den ältesten Getreidearten zählt, zu etwas ganz Besonderem.

Freunde in der Schüssel

Eine kurze Einlassung zu Zwiebeln und Bohnen muss ebenfalls sein, denn auch diese beiden Zutaten in der Salatschüssel sind von Bedeutung. Milde Zwiebeln sind für mich beispielsweise rosa Roscoff-Zwiebeln aus der Bretagne oder die einzigartige „Höri-Bülle“, die wir uns zu Zöpfen geflochten immer und immer wieder vom Bodensee mitbringen. Wer dort nicht so oft verweilt, nimmt ganz einfach rote Zwiebeln. Sie sind ebenfalls mild im Geschmack und sehen im Salat überdies schön aus. Hier gebe ich für diejenigen, die rote Zwiebeln meiden oder nicht vertragen den Tipp, sie zu mazerieren. Das bedeutet nichts weiter, als sie 15 Minuten lang in mildem Essig einzulegen. So werden sie sanfter und bekömmlicher.

Die Bohnen wählt man nach Geschmack. Ich liebe Bohnenkerne grundsätzlich und lege mich nicht fest. Die weißen „Riesen“ oder die kleinen „Fagioli tondini“ sind ebenso köstlich wie die braunen Borlotti- oder die sehr milden, gesprenkelten Wachtelbohnen. Im Sommer empfehle ich Dicke Bohnen aus der Region, die zwar aus den Häutchen zu palen sind, doch deren köstlicher Geschmack die Mühle lohnt!

Olivenölkanister

Runter mit Öl

Das Olivenöl muss von guter Qualität sein. Wir haben über „CrowdFarming“ einen Olivenbaum in Spanien adoptiert, von dem wir einmal im Jahr aus der Ernte einige Kanister Öl bekommen. Eine kräftige, charaktervolle Sorte, die ganz leicht kratzt und eine milde, nussige Sorte, die Gaumen und Zunge mit sanften Aromen verwöhnt. Darüber hinaus verwenden wir, wie eingangs erwähnt, sehr gerne das ligurische Olivenöl, weil es bei unverkennbarem Olivengeschmack einen einzigartigen, überaus sanften Charakter besitzt.

Vom Allgemeinen zum Einzigartigen

Wenn ich behaupte, dass mein „Melonen-Papaya-Panzanella“ einzigartig ist, sage ich nichts als die Wahrheit. Nicht nur, weil ich leuchtend rote Kugeln aus der Melone und ins rostrote gehende, etwas kleinere Kugeln aus der Papaya aussteche, harmonieren diese beiden Früchte vortrefflich miteinander. Was nicht mehr als Kugel gilt, wird im Mixer zu einem erfrischenden Shooter. 

Melonen-Shooter

Die Kirsch- oder Datteltomaten sollten bis zum Verwenden an der Rispe sein, so bekommen sie volles, süß-säuerliches Aroma mit. Schafs- und Ziegenkäse steuern eine leicht prickelnde Frische bei und Büffel-Mozzarella verbindet mit seiner cremigen Sanftheit. Zwiebeln bringen Spitzigkeit, goldene Brotcroûtons Knusprigkeit ins Spiel. Kräuter runden ab. Pinienkerne und feinste, in Öl eingelegte Kapern verleihen Klasse und Eleganz. Mein Melonen-Papaya-Panzanella ist keineswegs alltäglich. Er liefert den Beweis, dass man mit einfachen, besten Zutaten Höchstklasse „Classe superiore“ und Hochgenuss „Grande piacere“ erreichen kann. Ich wünsche aus tiefster Passion für diesen Brotsalat „Buon appetito“!

Nachklapp

Letzens beim Picknick im Grünen hatten wir übrigens auch diesen fantastischen Salat dabei. Portioniert in kleinen Weck-Gläschen. Gute Idee?

  1. Von Melone und Papaya Kugeln ausstechen.
  2. Kirschtomaten halbieren.
  3. Zwiebel in Streifen schneiden, in Essig einlegen.
  4. Schafskäse in Würfel schneiden.
  5. Mozzarellakugeln halbieren.
  6. Pinienkerne golden rösten.
  7. Brotwürfel rösten.
  8. Kräuter vorbereiten.
  9. Dressing mixen.
  10. Salat marinieren.
Der Salat aus Melone, Papaya und Tomate passt in Kombination mit spritziger, in Condimento marinierter Zwiebel wundervoll zusammen. Obstsüße und Fruchtsäure verbinden sich aufs Feinste. Cremig-milder Frischkäse wirkt als verbindendes Element. Die sanften Bohnenkerne liefern Eiweiß und machen zufrieden und satt. Pinienkerne veredeln den Salat und knuspriges Brot erdet ihn.

Aus Wassermelone und Papaya Kugeln ausstechen. Kirschtomaten halbieren, so vermischen sie sich besser mit den weiteren Aromen. Die rote Zwiebel längs halbieren und in feine Streifen schneiden. Diese in Condimento Bianco ca. 15 Minuten ziehen lassen („mazerieren“). So werden sie milder.

Schafskäse in kleine Würfel schneiden. Mini-Mozzarella halbieren. Die Ziegenkäse Perlen bis zur Verwendung im Kühler lassen. Weißbrot würfeln und in einer Mischung aus Olivenöl und zerlassener Butter tränken, dann im Backofen golden rösten. Das Rösten geht auch in der Pfanne, jedoch werden die Brotwürfel im Backofen gleichmäßiger gebräunt und sehr rösch. Pinienkerne mit etwas Olivenöl golden anrösten. Unbedingt daneben stehen bleiben, denn sie verbrennen rasch. Kräuter verlesen. Größere Blättchen zerzupfen.

Aus Essig, Zitronensaft, Olivenöl, Senf, Honig, Salz und Pfeffer ein cremiges Dressing rühren. 30 Minuten vor dem Servieren die Salatzutaten vorsichtig vermischen und durchkühlen lassen. Vor dem Servieren, Croûtons, Pinienkerne, Kapern (mit dem Öl) und Kräuter unter den Salat heben.

Tipp: Wer möchte, kann einen Teil der Brotwürfel bereits zum Marinieren mit in die Schüssel geben, damit sie sich etwas vollsaugen können. Den Rest separat dazu servieren.

Die Reste der Melone und Papaya kann man zu einem Shooter aufmixen. Mit etwas Gurke wird er noch frischer. Das Fruchtpüree unbedingt passieren, damit es nicht grieselig, sondern angenehm glatt wird. Etwas Gin nach Geschmack hinzufügen. Mit Eiswürfel in ein Glas geben und mit gut gekühltem Mineralwasser aufgießen.

(Für 2 Portionen)

Menge Zutat

500 g

Wassermelone

500 g

Papaya

250 bis 300 g

Kirschtomaten (oder Datteltomaten)

1 mittelgroße

rote Zwiebel

½ Tafel

Schafskäse

100 g

Ziegenfrischkäse (z. B. „Bettine Pearls“)

125 g

Mozzarella Minis

100 g

Weißbrot (z. B. Baguette)

3 EL

Olivenöl (für die Croûtons)

3 EL

flüssige Butter (für die Croûtons)

30 bis 40 g

Pinienkerne

Eine Hand voll

gemischte Kräuterblättchen (Basilikum, Minze, Oregano, Zitronenmelisse)

2 EL

Kapern in Olivenöl (z. B. „La Nicchia“)

6 EL

mildes Olivenöl (für das Dressing)

2 EL

Condimento Bianco (milder Weißweinessig)

1

Bio-Zitrone (Saft und Abrieb)

1 guter Spritzer

Honig (z. B. Obstblüten-Honig)

2 TL

milder Dijonsenf (z. B. von „Maille“)

 

Salz, Pfeffer

Außerdem:

Kugelausstecher (3 und 2,5 cm)

Diese Seite wurde zuletzt am 05.08.2025 um 20:34 Uhr aktualisiert.

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