Insalata mista con germogli

Insalata mista con germogli

25. September 2022

Wer den Italiener um die Ecke liebt, kennt „Insalata mista“. Wir lieben ihn, weil wir uns gerne an Italienurlaube erinnern. Ich komponiere den Salat immer wieder aufs Neue, denn es passt fast alles zueinander. Heute schwinge ich den Taktstock kühn, denn Improvisation ist angesagt. Eine frische Ladung Sprossen ist erntereif, Blattsalat muss verzehrt werden, Wachteleier wurden uns geschenkt und ein paar Brotreste verwandele ich in goldene Croûtons.

„Insalata mista“ – keine Wünsche bleiben offen. Doch, einer: das Gericht in Bella Italia zu verspeisen! Oder einfach wie früher, in schummrig-gemütlicher Atmosphäre, die tropfende Kerze auf der mit einem Baströckchen bezogenen Chiantiflasche auf dem Tisch und diesem typischen Geschmack des Dressings. Der Begriff „Dressing“ ist dabei zu viel gesagt, denn man kippte sich bereitstehenden Essig und Öl aus Fläschchen mit leichten Gebrauchsspuren selbst über die naturbelassenen Salatzutaten und erhielt diesen unvergleichlichen Geschmack nach Dolce Vita und Bella Italia.

Alles kann, nichts muss

Der Begriff „Insalata mista“ umfasst Welten. Alles passt in die Schüssel, kaum etwas passt überhaupt nicht. Den gemischten Salat bereichern als Grundausstattung Salatblätter, Tomaten, Gurken und Kräuter. Die Liste möglicher Zutaten ist beinahe unendlich. Zarter Kochschinken, Streifen von mildem Käse bis hin zu einem Dressing „à la mamma“ sind willkommen. Kapern und Oliven können nicht schaden. In Knoblauchöl gebräunte Croûtons schenken Knusprigkeit und Schmackes. So ein gut gebauter Salat sorgt für beste Gesundheit und eine schlank gebaute Silhouette.

Sprossen werden herangezogen
Zwei Gläser mit heranwachsenden Sprossen

Jahreszeitensalat

Mein heutiger „Insalata mista“ ist das beste Beispiel dafür, dass sich durchaus sinnvolle Möglichkeiten bieten, Zutaten aus dem Kühlschrank zum Einsatz zu bringen, ehe sie den Geist aufgeben! Sich eine schmackhafte Salatschüssel zusammenzustellen, ist in jeder Jahreszeit möglich. Tomaten und frische Gurken zur Unzeit zu kaufen ist allerdings im Sinne von Nachhaltigkeit und Klimaschutz nicht angeraten. Ganzjährig sind jedoch Blattsalate zu bekommen. Damit ist nicht in Plastik verpackter Pflücksalat gemeint.

Die Bitteren im Winter

Knackig kommen Wintersalate in der Salatschüssel daher, wie z. B. der Frisée, Feldsalat oder Radicchio. Gesund sind die „Bitteren“ ohnehin. Im Frühjahr tut der von mir geliebte Löwenzahn das Seine, reinigt von innen, spült kräftig durch und lässt uns wie „neu“ ins Jahr starten 🥰. Ran also an die Schüssel! Es gilt, sich auszutoben und sich frei zu entfalten. Man wird stets wieder staunen, was sich aus vorhandenen Zutaten zaubern lässt. Und die Erfahrung, dass es einen glücklich macht, wenn nichts verkommt, ist obendrauf beglückend!

Insalata mista mit Wachtelei

Eine Schüssel in ungeahnten Höhen

Ich weite die Begeisterung in höhere kulinarische Sphären aus. Käse haben wir immer im Kühlschrank, auch Reste lassen sich bestens kombinieren. Warum nicht grob geraspelten Parmesan, Streifen von Kümmelkäse oder Gouda (nicht typisch italienisch 😉) mit einem zu verbrauchenden Mozzarella kombinieren? Selbst Crostini mit Blauschimmelkäse oder Brie passen als Topping auf die Salatschüssel. Schinken aus der Vorratshaltung, ob zarter Kochschinken „Prosciutto cotto“ oder luftgetrockneter Schinken „Prosciutto crudo“, zieren den Salat. Nicht angebraten in beiden Fällen, denn das verdirbt ihren wunderbaren Charakter. Nicht hingegen verderben Speck- oder Baconkrusteln als Topping den Salat. „Insalata mista“ regt nicht nur die Fantasie, sondern auch den Appetit an.

Italien am Berghang

Auf der Fahrt in die BergeIch denke an Italienurlaube in der Kindheit. Meine Tante Alice, die italienisch eingeheiratet hatte, hat uns überredet, mit der Bahn in die Heimat ihres Mannes Toni zu fahren. Ich war fünf Jahre alt, meine Mutter sehr aufgeregt, Alice, die Gute, wie immer, unerschütterlicher Gesinnung. Wir waren zwei lange Tage unterwegs, um dann in einem kleinen Bergdorf mit der Bahn anzukommen. Ganz oben, nach dem „Queren einer Hängebrücke“ standen zwei kleine, geduckte Häuser, in denen wir für beinahe drei Wochen wohnen sollten.

Borretsch im Kräutergarten

Polenta im Bergdorf

Das Zentrum in jedem der Häuser war ein riesiger Herd, auf dem stets ein voluminöser Topf mit Polenta thronte, in dem die „Nonna“ beständig rührte. Ich saß in „unserem“ Haus auf einem kleinen Bänkchen, ähnlich den Kniebänkchen in Kirchen, und schaute staunend zu, wie sich der immer wieder aufbäumende Brei bändigte, und während er dann abkühlte, allmählich zu einer schnittfesten Masse wurde. Stets hielt ich mich an die strenge Anweisung, dem dampfenden Gusstopf fernzubleiben und stattdessen auf dem Bänkchen zu verweilen. Durchaus eine Geduldsprobe für eine neugierige, zappelige Fünfjährige!

Insalata aus Kinderhand

Die Zutaten für den „Insalata“ durften wir Kinder aus dem neben dem Haus liegenden Garten ernten. Einschließlich betörend duftender Kräuter. Die Ermahnungen der Mutter galten in diesem Falle dem aus heutiger Erinnerung reißenden Fluss. Wir sollten uns fernhalten und nur ja nicht hineinstürzen. Wahrscheinlich war der Fluss ein murmelnder Gebirgsbach. Munter plitschernd, jedoch nicht sonderlich gefährlich. Ich weiß es nicht mehr. Allerdings weiß ich heute, dass mir, wäre ich in die Fluten geraten, kein „Seepferdchen“ der Welt geholfen hätte. Der Urlaub bleibt mir insgesamt unvergessen, und im Nachhinein ist alles romantisch verbrämt. Ich kam mit holprigen „Italienisch-Brocken“ und Holz-„Klepperchen“ an den Füßen zurück, die mir reichlich Aufmerksamkeit und Anerkennung bescherten!

Mille Grazie, Bella Italia. Danke für viel Liebe, die ich in mir trage, und Dank für „La Cucina Italiana“ 😊.

  1. Salat und Sprossen verlesen.
  2. Locker miteinander vermischen.
  3. Mit Käse und Schinken anrichten.
  4. Dressing darüber träufeln.
  5. Mit Croutons bestreuen.
  6. Mit gerösteten Saaten der Wahl bestreuen.
Ein gemischter Salat, der vitaminreich ist und auch noch super schmeckt. Milder Blattsalat kombiniert mit pfeffrig-säuerlicher Kresse. Dazu sanfter Käse und saftiger Schinken. Croutons als Gegenpart mit Knusprigkeit. Und dabei so einfach: Wieder ein Rezept für „FoodLady Spezial. Einfach gut“.

Die Salatblätter verlesen, waschen, trocken schleudern. Blätter mit Sprossen und/oder Kresse locker vermischen. Tomaten vierteln, Eier halbieren und vierteln (je nach Größe). Salatblätter in tiefe Teller setzen, dabei leicht auftürmen. Schinken und Käsestreifen darüber verteilen. Mit Dressing beträufeln. Brotwürfel darüber streuen. Salat mit gerösteter Sesamsaat oder Schwarzkümmel bestreuen.

Tipp: Da wir uns in Italien bewegen, passen natürlich bestens geröstete Pinienkerne. Auch einige Oliven (z. B. Taggiasca) sind der Kombi zuträglich.

Zutaten für 2 Portionen

Menge Zutat

 

Die Salatzutaten

2 Hand voll

Blattsalat (z. B. Frisée oder Salatherzen)

1 Hand voll

Kirschtomaten

4

Wachteleier (wachsweich; ersatzweise Hühnereier, Klasse S)

1 Hand voll

Sprossen (z. B. Kresse- oder Radieschen-Sprossen)

4

nicht zu dünne Goudascheiben (in Streifen)

4

Scheiben italienischer Kochschinken (in Streifen)

2 EL

Kapern

Einige

Kapernäpfel (zur Deko)

Zwei Hand voll

Croûtons (gut gebräunt)

 

Das Dressing

4 EL

mildes Olivenöl

2 EL

fruchtiger Weißweinessig

2 EL

Kapernwasser

Einige Spritzer

heller Balsamico

2 EL

Mayonnaise (bester Qualität)

1

junge Knoblauchzehe (fein gerieben)

1 geh. TL

Dijonsenf

Einige Spritzer

Blütenhonig

 

Salz, Pfeffer

Diese Seite wurde zuletzt am 25.09.2022 um 18:58 Uhr aktualisiert.

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