Buntes Sommergemüse mit „Courgettes“

Buntes Sommergemüse mit „Courgettes“

Buntes Sommergemüse mit „Courgettes“

13. April 2016

Zucchini
In den Siebzigern eroberten Zucchini die Komposthaufen unserer Gärten. Das Gemüse war für uns eine Neuentdeckung, und kaum einer kannte es. Man verwendete den französischen Namen „Courgette“, was sehr wahrscheinlich der Nachbarschaft zu Frankreich zuzuschreiben ist. Die glänzenden grünen Früchte wurden zu „Shootingstars“ und erfreuten sich rasch großer Beliebtheit. Bezüglich ihrer Aufzucht waren sie bescheiden, brachten einen großen Ertrag und schmeckten lecker. Man war ungeheuer stolz, wenn die Teile riesig groß wurden surprised.

Wir Kinder pilgerten täglich zum Kompost und schauten den regelrecht wuchernden Sommerkürbissen beim Wachsen zu. Keiner wusste anfangs so recht, was mit der Frucht anzufangen war. Also wurde getüftelt und probiert, bis schließlich die Rezeptur für einen köstlichen Eintopf gefunden war. Man kombinierte die Zucchini mit Kartoffeln, Paprikaschoten, Tomaten und Hackfleisch. Das Kind brauchte einen Namen und der Einfachheit halber benannte man es nach der Zutat, die quasi seine Existenz begründet hat: „Courgettes“. Auf Saarländisch: „Gorschedde“.

Das Gericht wurde immer im größten Topf gekocht, und stets wurde es restlos aufgefuttert. Die ganze Familie hat es geliebt, und die Reste schmeckten auch abends noch kalt. Besonders schön fand ich, dass sich mit den Zutaten zu diesem Eintopf der Sommer konservieren ließ. Das ging so: Die Tomaten für den Winter wurden eingeweckt. Die Zucchini und Paprika hat unsere Mutter klein geschnitten und portionsweise eingefroren. Kartoffeln und Zwiebeln lagerten im Keller auf Vorrat. Auf diese Weise waren alle Zutaten für das Leibgericht greifbar, und jederzeit konnte ein Stückchen Sommer auf den Tisch gezaubert werden. Bis zum heutigen Tag verbinde ich das Rezept mit Herz erwärmenden Erinnerungen und halte ihm die Treue.

„FoodLady Spezial – Einfach gut.“ präsentiert unprätentiöse, bodenständige Rezepte, die auch ungeübte Köchinnen und Köche zubereiten können. Besonders Eintöpfe wie dieser sind hierfür bestens geeignet. Wenn man nichts anbrennen lässt und einigermaßen gut würzen kann, ist die Sache geritzt und der Erfolg garantiert. Es ist halt ein wenig Schnippelarbeit. Dafür braucht es kein großes Grundlagenwissen sondern ein stabiles Schneidebrett, ein vernünftiges Messer, Zeit und Geduld! Ich empfehle, eine größere Portion zu kochen und etwas davon einzufrieren. Aufgewärmt schmeckt das Sommergemüse, wie viele Eintöpfe, noch besser!

  1. Für das Gemüse sämtliche Zutaten bereitstellen.
  2. Zucchini in Würfelchen schneiden. Ebenso Kartoffeln und Paprikaschoten.
  3. Tomaten in Gänze in den Bräter geben, so kann man später die Haut abziehen.
  4. Gemüsezwiebeln fein hacken.
  5. Petersilie waschen, und die Hälfte mit Küchengarn zusammenbinden.
  6. Hackfleisch in mehreren Portionen in Olivenöl scharf anbraten. Nach dem Bratvorgang mit Salz, Pfeffer und etwas Zimt würzen.
  7. Zwiebeln und Knoblauch andünsten. Zucker und Tomatenmark hinzufügen und karamellisieren lassen. Mit Fond ablöschen.
  8. Hackfleisch und Gemüse hinzufügen. Kräftig mit Salz und Pfeffer würzen. Lorbeerblätter, Petersiliensträußchen hinzufügen und Tomaten auflegen.
  9. Köcheln lassen. Zwischendurch Tomaten herausnehmen, enthäuten und zerdrücken.

Die Mengenverhältnisse sind nicht sklavisch einzuhalten. Abgewogen haben wir – wie im Senf beschrieben - damals nicht. Also mit ein wenig Augenmaß vorgehen, dann klappt es schon!

Für das Gemüse sämtliche Zutaten bereitstellen. Die Zucchini (mit der Schale) in ca. 1,5 bis 2 cm große Würfelchen schneiden. Ebenso die Kartoffeln und die Paprikaschoten. Die Tomaten werden nur gewaschen. Sie kommen zunächst in Gänze in den Bräter. Dann kann man nach kurzer Schmorzeit die Haut abziehen und sie später mit einer Gabel zerdrücken. Die Gemüsezwiebeln fein hacken.  Die Petersilie waschen, und dann die Hälfte mit Küchengarn zu einem Sträußchen zusammenbinden. Es wird später wieder entfernt. Die andere Hälfte hacken und beiseite stellen, sie kommt später frisch dazu.

Das Hackfleisch in mehreren Portionen in Olivenöl scharf anbraten. Es soll schön knusprig sein und darf nur eben so den Pfannenboden bedecken, damit es nicht zu köcheln beginnt und auswässert. Förderlich ist bei diesem Vorgang, wenn das Fleisch Zimmertemperatur hat.  Jeweils nach dem Bratvorgang mit Salz, Pfeffer und etwas Zimt (ein Hauch!)  würzen. Wenn das Fleisch angebraten ist, in derselben Pfanne wiederum mit 2 oder 3 EL Olivenöl die Zwiebeln und den Knoblauch andünsten. Zucker und Tomatenmark hinzufügen, und das ganze karamellisieren lassen, bis es duftet. Dann mit dem Fond ablöschen.

Das Hackfleisch und die Gemüse hinzufügen. Kräftig mit Salz und Pfeffer würzen. Die Lorbeerblätter (bitte zählen) im Ganzen hineinlegen (und später wieder alle herausfischen). Das Petersiliensträußchen und die Tomaten auflegen. Den Deckel bis auf einen kleinen Schlitz schließen und ganz in Ruhe leise köcheln lassen. Zwischendurch bitte die Sonderbehandlung für die Tomaten durchführen. Ab und zu umrühren.

Wichtig ist es, das Gemüse wirklich langsam zu schmoren. Auf diese Weise verbinden sich die Aromen ganz rund miteinander. Eine entscheidende Rolle spielt das Petersiliensträußchen. Durch das langsame Garen entwickelt es einen ganz typischen, süßlichen Geschmack, der in diesem Gericht keinesfalls fehlen darf. Die frische Petersilie, die zum Schluss unter das Gemüse gehoben wird, greift dieses Aroma auf und ergänzt es.

Für zusätzliche Frische wird ein Dip angerührt. Ganz einfach aus Schmand, Joghurt, gehackten Kräutern, etwas Saft und Abrieb von der Zitrone und Salz. Das Gemüse wird in Suppentellern serviert. Oben drauf kommt ein Klecks von dem Dip und ein wenig von der restlichen, gehackten Petersilie. Man wird staunen, wie toll sich die Aromen der lange geschmorten und der frischen Petersilie verheiraten.

Tipp: Wenn man einen Teil der Zucchini nach der halben Garzeit hinzufügt, bleiben diese Stücke etwas fester als das restliche Gemüse. Das Gericht wird raffinierter.

 

(Für einen großen Bräter, ca. 8 bis 10 Personen)

 

Menge Zutat

6  mittelgroße

Zucchini

4 bis 5 große

Kartoffeln (vorwiegend festkochend)

3

rote Paprika

3

gelbe oder orangene Paprika

3

grüne Paprika

4 große

fleischige Tomaten (z. B. Ochsenherzen“)

2 große

Gemüsezwiebeln

2 bis 4

Knoblauchzehen

400 g

Rinderhack (Bio-Qualität)

400 g

gemischtes Hackfleisch (Bio-Qualität)

1 Bund

krause Petersilie

4

frische Lorbeerblätter

1

Chilischote

4 EL

Tomatenmark

1 Tasse

Geflügel- oder Gemüsefond

 

Olivenöl zum anbraten

 

Zucker, Zimt, Salz, Pfeffer

Dieser Beitrag erschien ursprünglich anlässlich des ZEIT Kochtags 2016, einem bundesweiten Aktionstag am 22. April 2016, der Menschen dazu anregen soll, selbst zu kochen und sich mit ihrem Essen bewusst auseinanderzusetzen.

Diese Seite wurde zuletzt am 28.07.2018 um 18:51 Uhr aktualisiert.

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