Artischockensalat mit Ofentomaten und Sauerteigbrot

Artischockensalat mit Ofentomaten und Sauerteigbrot

Artischockensalat mit Ofentomaten und Sauerteigbrot

9. Dezember 2015

Ich habe ewig überlegt, welchen Namen ich dem folgenden Rezept geben sollte. Überhaupt ist das immer so eine Sache mit der Überschrift, nicht nur beim Kochen. Es passt ja schließlich nicht alles in eine Zeile. Nur das Wichtigste soll also genannt werden, damit man weiß, woran man ist. Hier also die wichtigsten Zutaten in Kürze: frische Artischocken, fruchtige Kirschtomaten, saftige Kalamata-Oliven, bestes Sauerteigbrot.

Ein Rezepttitel verspricht mehr als tausend Worte, und man soll neugirig gemacht werden aufs Weiterlesen. Theoretisch eigentlich ganz einfach. Aber was ist das Wichtigste, in diesem Falle ja bei einem Kochrezept? Eigentlich ist alles wichtig, denn es handelt sich ja um eine Komposition, bei der sich viele Elemente zu einem stimmigen Gesamtwerk fügen. Wie ist das also mit der Nennung von Zutaten? Man führe sich vor Augen, dass der Spritzer Zitronensaft oder der Hauch von Zimt entscheidend sein kann. Ich denke beim Entstehen der Rezepte im Kopf über so Vieles nach. Welche Zutaten lassen sich gut kombinieren, was ist originell, in welche Richtung soll das Gericht gehen, wie soll es aussehen und zuletzt, welchen Namen soll das Kind bekommen? Ich muss dann immer schmunzeln und an die Millionen von werdenden Eltern denken, die Tage, Nächte und Monate darüber grübeln und diskutieren, wie ihr Baby heißen soll. Und nachher wird aus Paulina-Lara doch „Polly“ oder aus Emanuel-Valentin doch der „Manu“. Einigen wir uns also darauf, dass die Überschrift wichtig jedoch nicht alleine ausschlaggebend für den Erfolg des Gerichtes ist. Hierfür sind Charakter und Geschmack der Speise verantwortlich! Über die Suchfunktionen und das „Geklickt-werden“ machen wir uns an dieser Stelle einmal keine Gedanken.

Mein Artischockensalat wird aus Baby-Artischocken hergestellt, die erst einmal mühevoll – nein besser „liebevoll“ – hergerichtet werden wollen. Wenn man's kann, ist es ganz einfach. Wer noch nicht Artischocken „geputzt“ hat, lernt es hier. Hinzu kommen leicht süße Ofentomaten, Oliven, Pecorino und geröstetes Brot. Und das ist nun das Besondere an der Angelegenheit. In den meisten Rezepten für „Brotsalat“ wird helles Brot wie Baguette oder Ciabatta verwenden. Mehr durch Zufall haben wir festgestellt, dass auch dunkles Brot hervorragend passt. Wir haben glücklicherweise regelmäßig selbstgebackenes Sauerteigbrot, von meinem Liebsten mit Hingabe hergestellt. Diesmal war ein Baguette an der Reihe aus Dinkelmehl mit getrockneten Tomaten und schwarzen Oliven. Herrlich! Aber auch der Zwiebel-Kardamom-Ciabatta steht dem in Nichts nach! Jetzt aber nicht ins Schwärmen kommen, sondern an die Arbeit gehen!

  1. Artischocken putzen und in Viertel schneiden. Sofort in Essigwasser legen.
  2. Tomaten halbieren und mit der Schnittfläche nach oben auf ein Backblech geben. Mit Zucker, Oregano und leicht gemörsertem Fenchel bestreuen. Knoblauchscheiben darauf verteilen und mit Olivenöl beträufeln. Für ca. 30 Minuten in den Backofen geben.
  3. Brot in mundgerechte Stücke zerteilen und in einer Bratpfanne ohne Fett darren lassen.  Zum Ende hin etwas Olivenöl darüber träufeln, salzen und Farbe nehmen lassen.
  4. Für das Dressing Essig, Öl, Zucker, Salz und Pfeffer verrühren. Nun alles vermengen und durchziehen lassen.

Die Artischocken putzen und in Viertel schneiden. Wer das noch nie gemacht hat, kann sich im Netz diverse Videos zum Thema anschauen. Das hilft mehr, als wenn ich die Prozedur nun langatmig herunterbete. Die Artischocken sofort in Essigwasser legen, sie laufen rasend schnell an und werden dann unansehnlich. Frische Artischocken sind wesentlich schmackhafter als welche aus der Konserve. Ich kaufe sie meistens beim türkischen Lebensmittelhändler, dort sind sie schön frisch und preisgünstig!

Die Tomaten halbieren und mit der Schnittfläche nach oben auf ein Backblech geben. Mit dem Zucker, dem Oregano und dem leicht gemörserten Fenchel bestreuen. Knoblauchscheiben darauf verteilen und mit einem guten Schuss Olivenöl beträufeln. Für ca. 30 Minuten in den Backofen (160 °C Umluft) geben, damit sie einen Teil ihrer Feuchtigkeit verlieren. So werden sie aromatischer.

Das Brot in mundgerechte Stücke zerteilen und in einer Bratpfanne ohne Fett bei moderater Hitze darren lassen. Dabei immer wieder wenden. Die Zeit ist schwer zu benennen. Sie richtet sich nach der Frische des Brotes. Es soll leicht trocken werden. Zum Ende hin etwas Olivenöl darüber träufeln, salzen und Farbe nehmen lassen. Am Herd stehen bleiben, denn das geht nun sehr schnell!

Für das Dressing Essig, Öl, Zucker, Salz und Pfeffer verrühren. Nun alles vermengen und durchziehen lassen. Hier scheiden sich bei den diversen Brotsalaten die Geister. Manche bevorzugen gut durchgezogenes Brot, andere mögen es lieber noch kross. Wir mögen beides. Daher gebe ich die Hälfte des Brotes von Anfang an hinzu, damit es sich leicht vollsaugen kann. Den Rest füge ich ganz zum Schluss hinzu.

Nun den Salat schön anrichten. Einige Schnitze von der Zitrone dazugeben, damit man sich bei Tisch noch etwas von dem Saft darüber träufeln kann. Mit grob geraspeltem Parmesan bestreuen mit ein wenig frischen Grün garnieren und genießen! Das Tomaten-Oliven-Brot verleiht dem Salat gewissermaßen einen Ritterschlag. Es ist an sich schon unfassbar lecker. In dieser Kombination haut es einen jedoch förmlich vom Hocker. Ruhig mal ausprobieren! Hier noch mal der Link zum Sauerteigbrot und seinen Baguette-Variationen.

(Für 2 Personen)

Menge Zutat
6 Baby-Artischocken
1 ½ Rispen Cherry-Tomaten
2 Knoblauchzehen
  Zucker
1 TL Oregano (gerebelt)
1 TL Fenchelsamen
2 EL schwarze Oliven
1 EL Kapernäpfel
1 Stück Pecorino (oder Parmesan)
150 g Sauerteigbrot
2 Bio Zitronen
Einige Stängel Kräuter (z.B. Koriander)
3 – 4 EL fruchtiger Essig (z.B. Marillenessig)
6 – 8 EL Olivenöl
  Salz
  Pfeffer

Diese Seite wurde zuletzt am 18.09.2018 um 09:40 Uhr aktualisiert.

Zurück

Copyright 2019 FoodLady Jutta Hehn
Diese Site verwendet Cookies, um dir das Surfen auf diesen Seiten einfach zu machen. Wenn du meine Seiten weiterhin nutzt, gehe ich davon aus, dass du Cookies akzeptierst. Weitere Infos ...
Verstanden!