Zucchinikuchen mit Halloumi

Zucchinikuchen mit Halloumi

11. September 2022

Ich bekomme von Nachbarn Zucchini noch und nöcher und überlege für mich und schließlich auch für sie, was man damit anstellen kann. Flammkuchen und Tarte mit Zucchini haben wir schon häufig zubereitet und uns über gutes Gelingen und Abwechslung gefreut. Wie wäre es diesmal mit einem Kuchen?

Zucchini auf einem FeldMit Zucchini oder „Zucchetti“, wie der Schweizer sagt, kann man vieles anfangen. Umgekehrt ausgedrückt: Es gibt weniges, das man damit nicht anstellen kann. Das schlanke Gemüse ist eine Unterart der Gartenkürbisse „Cucurbita pepo“ und wächst ebenso entlegen, wuchernd wie bescheiden auf den Kompostbeeten der Kleingärtner.

Geschmackvolle Zucchini

Zucchini als Vorspeisen sind lecker, seien es längs aufgerollte Frischkäsehäppchen, oder kurz angebratenen Scheiben mit Meerrettich-Crème und Räucherfisch gefüllt. Ein Süppchen kommt in Frage, keineswegs charakterlos, denn Zucchini, gekonnt behandelt und gewürzt, sind sehr lecker. Generell kann man sagen, sie verlangen eine sanfte Hand, die jedoch ohne Zurückhaltung agiert, wenn es um das Herauskitzeln des Eigengeschmacks geht.

Zucchini und Vanillesahne

Selbst die Blüten sind eine Delikatesse, wenn man sie mit Fingerspitzengefühl befüllt und geschickt weiterverarbeitet. Als Kuchen, süß oder deftig, passen Zucchini immer. Beim Stöbern in Rezeptbüchern findet sich eine Vielzahl an Kuchenrezepten. Verwendet man hierzu gemahlene Nüsse und letztlich eine Schokoladenglasur, entsteht ein Kuchen, der saftig ist und auch so bleibt, selbst wenn er zum Picknick mitgenommen wird. Ein kräftiger Klacks Vanillesahne – aus dem kühl transportierten Spender – macht den Kuchen zum Highlight!

Zucchino

Kuchenzutaten: Alles geht, nichts muss

Von der Süßspeise sind wir in diesem Fall ein Stück weit entfernt, denn es gibt einen herzhaften Kuchen. Ich widme mich einer Zucchini-Verwertung mit besonderem Charakter – einem Kuchen. Saftig wird der Blechkuchen durch die Verwendung von mindestens sechs Eiern, geraspelten Zucchini, die ja per se ausreichend Flüssigkeit mit sich bringen und durch Hinzufügen von ebenso geraspeltem Halloumi, zudem Schafskäse und Quark. Weiter hinzufügen kann man Aromaten nach Gusto, seien es frische Kräuter wie Dill oder Minze, ich liebe kräftig Koriander, reichlich Knoblauch und Chilischoten. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, denn die Masse ist recht neutral und verträgt vieles.

Gestatten: Halloumi

An dieser Stelle ein wenig Halloumi- (auch „Halumi“-) Sachkunde, denn Halloumi ist keineswegs ein bei uns gebräuchliches Produkt. Er besteht häufig aus einer Mischung von Kuh-, Schaf- oder Ziegenmilch. Der sogenannte Grillkäse behält unter Hitzeeinwirkung seine Form, kann daher mariniert oder paniert werden. Er ist sehr vielseitig und wird in seiner Heimat auch gerne schon zum Frühstück gereicht. Halloumi ist mittlerweile eine in der EU geschützte Marke, und er darf sich nur so nennen, wenn er aus Zypern kommt. Dort ist er beinahe in allen Gaststätten zu bekommen.

Ähnliche Grillkäsesorten werden in allen Mittelmeerländern hergestellt, denn ihre Vielseitigkeit ist bestechend. Nicht nur, was die spätere Weiterverwendung, sondern auch die Herstellung betrifft. Ein Schlückchen mehr Hochprozentiges – in diesem Falle Sahne – und die Dauer des Abhängens bestimmen die Konsistenz des Käses. Man stellt fest, dass er extrem unterschiedlich schmecken kann. Die Konsistenz reicht von „Gummi“ bis hin zu „Mozzarella“. Wer eine gute Bezugsquelle gefunden hat, bleibt ihr treu. Auch die Aromen der Milch kommen im besten Fall gut durch, wie bei jedem guten Käse. Ob jemand die gefutterten Grassorten herausschmecken kann: Wer weiß es?

Zwei, die sich mögen

Zurück zum zweiten Protagonisten, der Zucchini. Das filigrane Gewächs passt hervorragend zu dem stabilen Zyprioten. Keiner übertrumpft den anderen, das macht den Charme der Beziehung aus. Woher man das kennt …

Halloumischeiben (Foto: Rainer Zenz, CC BY-SA 3.0)

Ideen für noch mehr Zucchini

Wenn man nicht mehr weiß, wohin mit den saftig grünen Früchten im Garten, was bei gutem Wachswetter schnell geschehen kann, so erntet man sie, und verarbeitet sie weiter. Der Möglichkeiten bestehen viele, hier noch ein paar weitere Zucchini-Rezeptideen:

Ich empfehle den Zucchinikuchen sehr, denn er ist kinderleicht herzustellen, gelingt immer, schmeckt lecker – warm oder kalt – und kann vielfältig abgewandelt werden. Was will man mehr. Meine Version ist erprobt und in der jetzigen Abwandlung schön fluffig und saftig. Und zur Frage: „Wohin mit all dem Gemüse?“ habe ich ebenfalls eine Antwort: Ich serviere den Kuchen auf einer Unterlage von gegrillten Zucchinistreifen und reiche noch ein pikantes Zucchinitatar dazu. Zucchini hoch drei – mehr geht nicht 😋!

Der Zucchinikuchen

  1. Zwiebel in Ringe schneiden.
  2. Enden der Zwiebel sowie Knoblauch andünsten. Zucchiniraspeln hinzufügen. Mitdünsten.
  3. Eier mit Mehl vermischen.
  4. Restliche Zutaten unterheben.
  5. Auf ein Blech geben und backen, bis die Oberfläche golden ist.
  6. Mit Crème fraîche und Pinienkernen bestreut servieren.

Die gegrillten Zucchini und das Tatar

  1. Aus den angegebenen Zutaten ein Dressing rühren.
  2. Fein gewürfelte Zucchini und Radieschen unterheben.
  3. Kühl marinieren lassen.
  4. Mit viel Schnittlauch servieren.
  5. Zucchinistreifen von beiden Seiten angrillen. Abkühlen lassen.
Der Zucchinikuchen ist herrlich saftig und durch die Verwendung eines ebenfalls saftigen „Halloumi“ entsteht ein fluffiges Gebilde, das keineswegs gummiartige Charakterzüge aufweist. Denn gummiartig zu sein, sagt man dem Halloumi allgemein nach. Mit frischen Kräutern gewürzt und mit tuffigen Crème fraîche-Nocken serviert ist er selbst an warmen Sommertagen ein Garant für Frische.

Der Zucchinikuchen

Die bauchige Mitte der roten Zwiebel in eher dünne Ringe schneiden. Die Endstücke und den Knoblauch fein würfeln. In etwas Olivenöl glasig andünsten, Zucchini unterrühren und einige Minuten unter Wenden mit dünsten. Crème fraîche und Joghurt verrühren, leicht salzen und mit Zitronenabrieb würzen, Zucchini beiseiteziehen, kurz abkühlen lassen. In einer Schüssel die Eier verquirlen. Mehl mit Backpulver vermischen, hinzufügen und untermengen. Alles mit den Kräutern, Halloumi, Schafskäse und Quark vermengen. Mit Salz, Pfeffer, Sumach und Pul Biber und reichlich Zitronensaft würzen. In einer gefetteten Backform verteilen und glattstreichen. Bei 180 °C auf mittlerer Schiene backen, bis die Oberfläche golden bzw. der Teig ausgebacken ist. Leicht abkühlen lassen, aus der Form auf ein Kuchengitter ziehen. Mit der braunen Butter bestreichen. Zimmerwarm servieren, hierzu mit gerösteten Pinien- und Sesamsaat bestreuen. Aus der Crème fraîche Nocken formen und auf je ein Kuchenstück setzen. Noch etwas Pul Biber darüber streuen.

Hinweis: „Pul Biber“ ist milder bis scharfer Paprika, der in etwa aussieht wie Paprikaflocken. Er wird in vielen türkischen Speisen eingesetzt und heißt auch Blättchenpfeffer.
„Sumach“ stammt ebenfalls aus dem Orient und wird seit vielen Generationen zum Säuern verwendet. Das leuchtend rote Pulver hat eine sehr fruchtige Säure und wird über alle Speisen gestreut, denen etwas Säure guttut.

Die gegrillten Zucchini und das Tatar

Aus Honig, Zitronensaft, Salz und Pfeffer eine leichte Vinaigrette rühren. Zucchini- und Radieschenwürfel unterheben. 30 Minuten marinieren lassen. Schnittlauch unterheben. Zum Servieren nochmal kurz kühlen lassen.

Die Zucchinistreifen mit 1 EL Öl leicht bepinseln. In der Grillpfanne, besser noch im Kontaktgrill rösten, bis sie kräftige Grillspuren haben. Auf Küchenkrepp setzen, salzen. Abkühlen lassen.

Zum Anrichten den Kuchen mit einem scharfen Messer in Stücke der gewünschten Form schneiden. Die Zucchinistreifen auf länglichen Platten auslegen. Die Kuchenstücke darauf platzieren. Zwei kleinere Stückchen sehen sehr appetitlich aus. Mittels kleiner Anrichteringe das Zucchini-Radieschen-Tatar aufbringen. Mit einigen Kräuterblättchen garnieren.

Zutaten für 1 Blech (ca. 20 x 20 cm)

Der Zucchinikuchen

Menge Zutat

500 g

Zucchini (grob geraspelt)

200 g

Halloumi (grob geraspelt)

1

rote Zwiebel

3

Knoblauchzehen

1

Bio-Zitrone (Abrieb)

1 Hand voll

Dill (gehackt)

1 Hand voll

Minze (gehackt)

100 g

Schafskäse (fein gewürfelt)

60 g

Quark (20 %)

3 EL

Olivenöl

6

Eier

50 g

Mehl

1 TL

Pul Biber (oder Chiliflocken)

1 TL

Sumach

2 gestrichene TL

Weinsteinbackpulver

30 g

Pinienkerne (golden geröstet)

2 TL

Sesamsaat (golden geröstet)

2 EL

braune Butter (flüssig)

 

Topping

2 EL

Crème fraîche

2 EL

griechischer Joghurt

Die gegrillten Zucchini und das Tatar

Menge Zutat

6 Streifen

Zucchini

1 bis 2 EL

Olivenöl

 

Das Tatar

3 bis 4 EL

rohe Zucchini (feinst gewürfelt)

2 bis 4 EL

Radieschen (feinst gewürfelt)

½ Bund

Schnittlauch (feinst gewürfelt)

 

Zitronensaft

 

Salz, Pfeffer, Honig

Diese Seite wurde zuletzt am 10.09.2022 um 11:47 Uhr aktualisiert.

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