Zucchini mit Quinoa-Füllung und Topinambur-Küchlein

Zucchini mit Quinoa-Füllung und Topinambur-Küchlein

Zucchini mit Quinoa-Füllung und Topinambur-Küchlein

29. Juni 2016

Diese zunächst etwas eigenwillig anmutende Kombination ist einmal mehr meiner „optikbasierten“ Einkauferei geschuldet. Ich habe nämlich deutliche Variationen in  meinem Einkaufsverhalten. Einerseits bin ich durchaus in der Lage, für ein konkretes Rezept mit meiner Einkaufsliste loszugehen und mich auch an diese zu halten. Das ist dann das disziplinierte Einkaufen. Des Weiteren praktiziere ich gelegentlich – wie viele andere Menschen auch – eine Art „hungerbasiertes“ Einkaufen. Das ist überhaupt nicht gut, denn von Gelüsten getrieben, lade ich mir erstens viel zu viel in den Einkaufswagen. Außerdem kommt hinzu, dass ich zu Dingen greife, die mich später doch in Verwunderung versetzen. Zu viel Fett, zu viel Zucker. Eigentlich für mich eher untypisch. Also: nicht hungrig auf den Markt oder in den Supermarkt!

Die entspannendste und fröhlichste Art des Einkaufens besteht für mich darin, einfach herumzustreunen, und in den Korb zu legen, was mich anlacht. Da kommt echte Freude in mir auf. Immer darauf vertrauend, dass es mir später auf jeden Fall gelingen wird, etwas Leckeres daraus zu zaubern. Seit ich meine Rezepte auf der FoodLady ins Netz stelle, hat sich übrigens eine zeitweise doch schon recht dominante Eigenart bei mir Raum geschaffen. Ich habe beim Einkaufen immer den geistigen „Fotoapparat“ am Start. Schaue auf besondere Formen, Strukturen oder Farben. Es gibt gewissermaßen das Einkaufsverhalten „davor“ und „ab dann“. Früher war es mir eher wichtig, was kulinarisch bei meinen Kochaktionen herauskommen würde. Nicht, dass ich damals das Essen lieblos auf die Teller geklatscht hätte. Das war noch nie mein Ding. Aber heute hat das äußere Erscheinungsbild eindeutig einen viel höheren Stellenwert. Was jedoch nicht bedeutet, dass die Kulinarik in den Hintergrund getreten wäre. Nie und nimmer! In diesem Moment erkenne ich: Ich bin gewissermaßen eine Ebene höher angelangt. wink

Am Samstag nun sind mir auf dem Wochenmarkt hübsche kugelrunde Zucchini ins Auge gesprungen. Die mussten mit. Sofort war klar, dass sie ausgehöhlt und gefüllt würden. Und ebenfalls sofort klar war, dass ich sie nicht langweilig mit Hackfleisch füllen würde. Vielmehr würde es eine vegetarische Variante geben. Also befüllte ich meinen Einkaufskorb als Nächstes mit einer Tüte buntem Quinoa. Herrlich! Ich liebe den nussigen Geschmack der unter bescheidensten Bedingungen heranwachsenden kleinen Samen!

Es ist übrigens eine köstliche Füllung entstanden. Den Quinoa habe ich nach dem Ausdampfen in einer Pfanne mit Curry und Kreuzkümmel angeröstet. So konnten sich die Aromen hervorragend miteinander verbinden und sich gegenseitig unterstützen. Außerdem habe ich drei Käsesorten verwendet: In die Füllung kamen Ziegenfrischkäse und milder Blauschimmelkäse. Obenauf kamen einige Scamorza-Scheiben, die das ganze optisch und geschmacklich „gekrönt“ haben.

Aus der übrig gebliebenen Füllung habe ich noch zwei kleine Soufflés gebacken. Die sind recht putzig geworden und gut gelungen. Schön fluffig und hübsch anzuschauen. Das wird auch mal eine Beilage zu einem weiteren Essen werden. Ich könnte mir zum Beispiel sehr gut ein sahniges Pilzgulasch dazu vorstellen. Aber zurück zum Thema!

Weiter ging es über den Markt. Was ich zunächst für bläulichen Rieseningwer hielt, entpuppte sich als Topinambur. Ohne lange zu zögern, griff ich zu vier der schrulligen Knollen. Was für mich eine Premiere war. Zumindest kochtechnisch. Den an Enzian erinnernde eher übel schmeckende Schnappes aus frühen Urlauben im Schwarzwald kannte ich schon. Trotz eher negativer Assoziationen siegte die Neugier. Zuerst dachte ich an eine sahnige Mousseline als Bett für meine Zucchini-Kugeln. Später habe ich mich für Topinambur-Kartoffel-Küchlein entschieden. Da die Füllung meiner Zucchini auch schon recht cremig würde, könnte ein Knusper-Kontrast nicht schaden. Und statt der Mousseline als Bett würde sich eine würzige Tomatensauce besser machen. Sowohl optisch als auch als geschmacklicher Kontrapunkt. Gute Entscheidung!

Zur Topinambur muss ich an dieser Stelle unbedingt noch einige Worte verlieren. Ich habe natürlich gegoogelt. Und noch nie ist mir eine Pflanze begegnet, die so viele Namen hat. Also man nennt sie: Erdapfel, Erdbirne, Ross-Erdapfel, Jerusalem-Artischocke, Borbel, Erdartischocke, Erdschocke, Erdsonnenblume, Erdtrüffel, Ewigkeitskartoffel, Indianerknolle, Kleine Sonnenblume, Knollensonnenblume, Rosskartoffel, Schnapskartoffel, Süßkartoffel und Zuckerkartoffel. Wow! Deutlich mehr Namen als ein Thronfolger. Da kann sich die optisch eher unattraktive Knolle doch „von“ schreiben!

Geschmacklich ist die Topinambur schwer zu beschreiben. Sie erinnert weder an Kartoffeln noch an Birnen. Die leicht glasige Konsistenz hat mich am Ehesten an Wasserkastanien erinnert. Vorsichtig ein rohes Stückchen probiert, war ich jedoch total überrascht. Nichts Dumpfiges, wie erwartet. Knusprig, saftig, leicht süßlich. Fremd zwar, aber lecker! In der Kombination mit Kartoffeln, die für den Zusammenhalt und eine schöne Farbe sorgten, kamen sehr leckere Küchlein heraus. Die hat es bei uns auf jeden Fall nicht das letzte Mal gegeben!

Die gefüllten Zucchini

  1. Von den Zucchini einen Deckel abschneiden. Zucchini aushöhlen. In kochendem Salzwasser vorgaren.
  2. Quinoa abspülen. In leicht gesalzenem Wasser aufkochen lassen. Dann leise garen.
  3. Schalotten würfeln und in Olivenöl schwitzen.
  4. Quinoa mit Gewürzen anbraten. Knoblauch dazugeben. Abkühlen lassen.
  5. Shiitake-Pilze anschwitzen. Abkühlen lassen und sehr fein hacken.
  6. Quinoamasse, Pilze, Ziegenfrisch- und Blauschimmelkäse vermengen. Ei und Eigelb hinzufügen. Würzen.
  7. Ausgehöhlte Zucchini befüllen, backen. Deckel 10 Minuten vor Ende hinzugeben.
  8. 15 Minuten vor Ende der Backzeit Zucchini mit Scamorza bestreuen und goldbraun werden lassen.

Die Topinambur-Küchlein

  1. Topinambur und Kartoffeln schälen und in Salzwasser weich kochen. Beides durch die Kartoffelpresse drücken.
  2. Mit Ei, Eigelb, Grieß und Semmelmehl vermengen. Schnittlauchröllchen, Chilisalz, Curcuma und Muskat einarbeiten. Stehen lassen.
  3. Kleine Küchlein formen, in Grieß wenden und in Olivenöl braun braten. Gegen Ende Nussbutter dazugeben.
  1. Die gefüllten Zucchini

    Von den Zucchini einen Deckel abschneiden und mit einem Kugelausstecher aushöhlen. Das Innere kann anderntags als Zutat für ein Gemüse-Crèmesüppchen verwendet werden. Kurz in kochendem Salzwasser vorgaren. Für die Füllung den Quinoa abspülen, damit er Teile seiner Bitterstoffe verliert. In der doppelten Menge leicht gesalzenem Wasser aufkochen lassen. Dann auf kleiner Flamme ca. 10 Minuten leise garen. Auf der ausgeschalteten Herdplatte ziehen lassen, bis er die gewünschte Konsistenz hat. Etwas ausdampfen und abkühlen lassen.

    Die Schalotten würfeln und in etwas Olivenöl glasig schwitzen. Den Quinoa sowie etwas Kreuzkümmel und beherzt Curry hinzufügen und alles zusammen leicht anbraten. Etwas später den klein geschnittenen Knoblauch dazugeben. Erstens entstehen dabei köstliche Aromen, die den Eigengeschmack des Quinoa noch unterstützen. Außerdem hat der Quinoa so die Möglichkeit, noch weitere Flüssigkeit zu verlieren, was sich günstig auf die Konsistenz der Füllung auswirkt. Wiederum abkühlen lassen.

    Die Shiitake-Pilze (oder andere würzige Pilze) anschwitzen. Abkühlen lassen und sehr fein hacken. Sie vertiefen die Geschmacksdichte der Füllung ungemein.

    In einer Schüssel Quinoamasse, Pilze, Ziegenfrisch- und Blauschimmelkäse vermengen. Ein Ei und ein Eigelb hinzufügen. Mit Chilisalz, Pfeffer und kräftig Zitronenabrieb würzen. Die ausgehöhlten Zucchini befüllen, von außen mit Olivenöl bepinseln und bei 180 Grad Ober- und Unterhitze in den Backofen schieben. Sie benötigen je nach Dicke ungefähr 45 Minuten. Die Deckel wandern auch mit aufs Backblech, sind jedoch schon nach circa 10 Minuten fertig. Immer mal eine Garprobe machen. 15 Minuten vor Ende der Backzeit die Zucchini mit geriebenem Scamorza bestreuen und schön goldbraun werden lassen.

    Die Topinambur-Küchlein

    Topinambur und Kartoffeln schälen und in Salzwasser weich kochen. Die Topinambur brauchen deutlich  länger als die Kartoffeln. Zwischendurch einfach mal reinpieken. Dann beides zweimal durch die Kartoffelpresse drücken. Mit einem Ei, einem Eigelb, Grieß und etwas Semmelmehl vermengen. Dabei die Schnittlauchröllchen, das Chilisalz, den Curcuma (für die Farbe!) und den Muskat einarbeiten. Je nach Konsistenz noch etwas Semmelmehl hinzufügen. Etwas stehen lassen.

    Mit feuchten Händen kleine Küchlein formen, diese in etwas feinem Grieß wenden und in Olivenöl gemächlich schön braun braten. Gegen Ende die Nussbutter dazugeben. Das gibt einen fantastischen Geschmack!

    Einen Spiegel von der Tomatensauce (die beschreibe ich jetzt nicht, die kann man – oder?) auf den Teller geben und alles schön dekorativ anrichten. Mit den Schnittlauchröllchen bestreuen. Wer möchte, gibt noch etwas geriebenen Parmesan darüber.

(Für 2 Personen)

Die gefüllten Zucchini

Menge Zutat
2 kugelige Zucchini (optimal etwa Apfelgröße)
1 Tasse bunter Quinoa
2 EL Ziegenfrischkäse
2 EL cremiger milder Blauschimmelkäse
1 Kugel Scamorza
2 Eier
1 gute Hand voll Shiitake-Pilze
2 Schalotten
1 Knoblauchzehe
4 EL Olivenöl
1 Bio Zitrone
  Curry
  Kreuzkümmel
  Chilisalz
  Pfeffer

Die Topinambur-Küchlein

Menge Zutat
4 mittelgroße Topinambur
2 mittelgroße Kartoffeln (vorwiegend festkochend)
2 Eier
½ Bund Schnittlauch
4 EL feiner Grieß
2 – 4 EL Semmelmehl
  Chilisalz
  Curcuma
  Muskat
4 EL Olivenöl
1 EL Nussbutter

Diese Seite wurde zuletzt am 08.12.2017 um 15:03 Uhr aktualisiert.

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