Spinatbuletten mit gefüllten Artischocken und Pilzsalat

Spinatbuletten mit gefüllten Artischocken und Pilzsalat

Spinatbuletten mit gefüllten Artischocken und Pilzsalat

08. Oktober 2016

Ein Wochenende mit nasskaltem Wetter kündigt den Herbst an. Für mich nach den herrlichen Sommerwochen kein Grund zu klagen. Im Gegenteil. Ich liebe solche Wochenenden. Entscheidend ist, was man daraus macht! Dicht in Wetterbekleidung verpackt schlenderte ich am Samstagmorgen in strömendem Regen – beinahe alleine – über den Wochenmarkt. Ich kaufte ausgiebig ein und wappnete mich für den Sonntag. Ich wollte einmal wieder auf Vorrat produzieren, unter anderem Buletten. Was ich schon seit Jahren in schöner Regelmäßigkeit veranstalte, hat nun einen hippen Namen: „Meal Prep“. Ein Ding braucht ein Label, und schon ist es angesagt!

Ein neuer Trend ruft dazu auf, sonntags der Couch etwas Zuwendung zu verwehren und sich stattdessen in die Küche zu begeben. Autonome Verpflegung für die ganze Woche ist das Ziel. Pläne für die Vor- und Zubereitung findet man in allen möglichen Zeitschriften oder im Netz. Demnächst kann man die kompletten Zutaten der vorgeschlagenen Wochenrationen bei einem Frischedienst ordern und vom Zustellboten ins Haus liefern lassen. Jegliche Begründung für ungesunde Ernährung und dem Griff zu Fertigem schwindet dahin. Schicke, bunte Tupperdosen sind auf das Leckerste befüllt und warten ordentlich aufgereiht und beschriftet im Kühler. Morgens braucht es nur einen Handgriff und die Kollegen im Büro werden staunen und beeindruckt sein. Ich finde, das klingt nach einem wirklich guten Plan.

Der aber nur funktionieren kann, wenn man ihn in die Tat umsetzt! Meine Oma  sagte immer „Spare in der Zeit, so hast du in der Not!“ Umgefrickelt auf das Sparen von Zeit ist der Spruch gerade sehr aktuell und passt zum heutigen Thema. In Ruhe auf Vorrat kochen wenn man Zeit hat, und dann auf die Schätze zurückgreifen, wenn man keine hat. Zeitnot führt von nun an nicht mehr dazu, seine Ernährung anderen zu überlassen. Man übernimmt Verantwortung für Leib und Leben. Wird herrlich unabhängig und schaut mit einem (leicht herablassenden) Lächeln auf Tiefkühlpizzen und Konsorten!

Regenstimmung

Auch ich habe nicht immer Zeit zum Kochen, denn es gibt in meinem Leben neben meinem Job, unserem nicht gerade kleinen Haus auch noch das Wandern oder Laufen, das ich sehr gerne betreibe und weitere Hobbys und Interessen. Wer sich ernsthaft in die nächste Challenge der Selbstversorgung aufschwingen möchte, sollte kurz darüber nachdenken, wie er sich Zeit dafür frei schaufeln kann. Wieder ein leicht abgewetzter Spruch: „Planung ist die halbe Miete.“

Wenn ich vom Sport komme, gehe ich oftmals als Erstes in die Küche und bringe eine schöne Portion Kartoffeln zum Kochen. Während die Kartoffeln garen kann ich gemütlich duschen. Dann zwei Becher Quark anrühren und mit Kräutern, Paprikawürfelchen oder Gurken verfeinern. Wieder ist ein schnelles, einfaches und doch gesundes Essen gezaubert: Quark mit Pellkartoffeln. Eventuell noch etwas Butter. Himmlisch! Ruhig mehr Kartoffeln kochen, so gibt es anderntags zum Beispiel einen Kartoffelsalat. Rasch Fischfilets dazu gebraten, fertig. Oder es gibt Bratkartoffeln, diese gerne mit Spiegel- oder Rühreiern und Blattspinat kombiniert. Der ist bei mir immer, wirklich immer im Froster.

Flott etwas aufgetischt habe ich, wenn ich mich an unserem üppig gefüllten Froster bedienen kann. Stets vorrätig sind hierbei – wie gesagt – Spinat, verschiedene Fischfilets und Erbsen oder grüne Bohnen. Die kann man dann flugs mit ein paar frischen Möhrenscheiben kombinieren und ein schönes Mischgemüse ist entstanden. Zudem kann ich auf den selbst zubereiteten Fundus zurückgreifen. Auf Hackbällchen oder Hackbraten, Hirsepuffer, Linsen- oder Bohnenbratlinge, Grünkern- oder Quinoa-Muffins; alles Rezepturen, die ich auf der „FoodLady“ schon in der einen oder anderen Abwandlung vorgestellt habe und die sich perfekt zum Einfrieren eignen. Was ich auch immer griffbereit habe, sind verschiedene Eintöpfe wie Pichelsteiner oder Linsensuppe. Unabdingbar sind Portionspäckchen mit Bolognese und Tomatensugo. Und ein definitives Muss ist mein Vorrat an Brühen. Entweder vom Huhn, von einem stattlichen Stück Weiderind oder einfach nur aus Gemüse hergestellt.

Kia mit Tulpenstrauß

Auch der Liebste bringt sich mit Überzeugung für Vorratshaltung ein. Das gemütliche Zubereiten stattlicher Braten oder saftiger Ragouts ist voll sein Ding. Daher finden sich in schöner Abwechslung in den ordentlich bevorrateten Schubfächern unseres Frosters Sauerbraten, Rindsrouladen oder verschiedene Gulaschsorten, gerne auch aus Wild. Zu dem geordneten Bevorraten gehört natürlich auch ein geordnetes Entnehmen der leckeren Sachen. Sozusagen „First in – First out“. Zu diesem Zweck gibt es auf dem Laptop eine Art Inventarliste mit Ampelverfahren: Was gelb blinkt muss bald weg, rotes Blinklicht erfordert zügiges Handeln. So ist das bei uns. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass wir keineswegs schrullig sind, auch wenn das jetzt so klingt. Schrullig sind höchstens Leute, die Eier nummerieren. Das tun wir nicht, aber vereinbart ist, dass die rechts einsortierten Eier stets die älteren sind und zuerst entnommen werden cool.

Kommen wir zu den angekündigten, extrem köstlichen Buletten. Sie bestanden unter anderem aus Schweinehack, Brät, Spinat und getrockneten Aprikosen. Diese Mischung, leicht orientalisch gewürzt, ist ein Hammer. Die Buletten sind herrlich saftig, der Spinat gibt eine herbe, die Aprikosen eine süße Note. Beides sorgt zudem für Struktur und einen schönen Biss. Zu den Buletten habe ich am Sonntag mit Hirse gefüllte Artischockenböden und einen Pilzsalat gegeben. Als pikante Note noch einige aromatisierte Ofentomaten. Am nächsten Tag gab es die Buletten mit Zitronen-Kapern-Linguine. Einen Rest von der Hackmasse hatte ich zurückbehalten und befüllte Zucchini zum Überbacken damit, die wir als Imbiss mit ins Büro nehmen konnten. Im Froster warten die restlichen Buletten darauf, uns einen Abend mit wenig Zeit oder Kochlust zu verschönen. Ob man nun von „Vorkochen“, „Vorratshaltung“ oder „Meal Prep“ spricht: Die Botschaft ist klar und das Umsetzen beglückend. Heureka!

Die Ofentomaten

  1. Alle Zutaten auf einem Backblech vermengen und in den Ofen schieben. Behutsam garen. Mehrmals wenden.
  2. Nach 1 ½ Stunden bei leicht geöffneter Tür weitere 1 ½ Stunden garen.

Die gefüllten Artischocken

  1. Hirse in Geflügelbrühe aufkochen, kurz köcheln lassen, und garziehen lassen.
  2. Paprikawürfel in Geflügelbrühe andünsten und untermischen. Mit Limonenöl, Limettensaft und Limettenabrieb abschmecken. Ziehen lassen.

Der Pilzsalat

  1. Pfifferlinge von Rückständen und Waldboden befreien. Größere Pilze teilen. Champignons abreiben und in Segmente schneiden.
  2. Beeren, Kümmel und Thymian mörsern. Mit Essig, Wasser und Zucker aufkochen.
  3. Pilze hineingeben und leise köcheln lassen. Eine Stunde marinieren. Auf Küchenkrepp abtropfen lassen.
  4. Mit Petersilie, Knoblauch, Ingwer, Olivenöl und Fleur de Sel würzen.

Die Buletten

  1. Alle Zutaten miteinander vermengen.Solange mischen, bis eine glänzende, homogene Masse entstanden ist.
  2. Mit Senf, Salz, Chilisalz, Pfeffer, Kreuzkümmel und Curry abschmecken.
  3. Häufchen abwiegen und gleichmäßige Buletten abdrehen. Langsam braten.
  4. Zum Schluss Nussbutter hinzugeben und Buletten damit überglänzen.

Die Ofentomaten

Alle Zutaten auf einem Backblech vermengen und in den ungefähr 70 °C warmen Ofen schieben. 1 ½ Stunden bei geschlossener Tür behutsam garen. Mehrmals wenden. Dann 1 ½ Stunden bei leicht geöffneter Tür weitergaren und nochmals wenden. Die geöffnete Tür ermöglicht es dem Dampf zu entweichen. Die Tomaten sind dann richtig, wenn sie so viel Flüssigkeit abgegeben haben, dass sie nicht mehr zu feucht sind, jedoch dürfen sie nicht schrumpelig werden oder gar an getrocknete Tomaten erinnern. Lieber auf Nummer sicher gehen, und etwas früher aus dem Ofen nehmen, denn köstlich schmecken werden sie auf jeden Fall. Einfach das Bauchgefühl entscheiden lassen, dann wird’s schon richtig!

Die gefüllten Artischocken

Die Hirse in der Geflügelbrühe mit den Lorbeerblättern aufkochen, kurz köcheln lassen, dann auf der abgeschalteten Herdplatte garziehen lassen. Gegen Ende den Deckel abnehmen, und die Hirse ausdampfen lassen. Mit einer Gabel lockern. Die Paprikawürfel in ganz wenig von der Geflügelbrühe andünsten und untermischen. Die Lorbeerblätter entnehmen. Mit Limonenöl, Limettensaft und etwas Abrieb von der Schale abschmecken. Eventuell noch etwas salzen. Ziehen lassen. Später in die Artischockenböden einfüllen und servieren. Die Hirse kann man ebenso gut durch Bulgur oder Quinoa ersetzen.

Der Pilzsalat

Die Pfifferlinge mit einem Pinsel von Rückständen und Waldboden befreien. Größere Pilze teilen. Die Champignons abreiben und in kleinere Segmente schneiden. Beeren, Kümmel und Thymian werden gemörsert und kommen in ein Tee-Filtertütchen. Mit Küchengarn zubinden. Zusammen mit Essig, Wasser und Zucker wird ein Sud aufgekocht. Die Pilze werden hineingegeben und köcheln für 5 Minuten ganz leise vor sich hin. Die Pilze für eine Stunde in dem Sud marinieren lassen. Nicht etwa länger, denn sonst geht zu viel von dem erdigen Pilzaroma verloren. Auf Küchenkrepp abtropfen lassen und mit Petersilie, Knoblauch, Ingwer, Olivenöl und dem Fleur de Sel würzen. Bald servieren.

Die Buletten

(Zutaten für 8 – 10 Stück)

Für die Buletten alle Zutaten miteinander vermengen. Entweder mit der Küchenmaschine, oder wie ich, von Hand. Zeit nehmen. Solange mischen und kneten, bis eine glänzende, homogene Masse entstanden ist. Soviel Semmelbrösel untermengen, dass die Buletten schön die Form behalten, jedoch nicht zu trocken werden. Mit Senf, Salz, Chilisalz, Pfeffer und einer kräftigen Portion Kreuzkümmel und Curry beherzt abschmecken. Wie immer ein Probeklößchen zubereiten und wenn nötig, nachwürzen.

Kleine Häufchen von ungefähr 80 g abwiegen und mit nassen Händen gleichmäßige Buletten abdrehen. Langsam bei eher kleiner bis mittlerer Hitze maximal eine halbe Stunde braten, dass sie von außen nicht zu dunkel werden. Jedoch dürfen sie innen nicht rosa oder gar roh sein. Bei Schweinehack und Brät bin ich da etwas heikel. Zum Schluss die Nussbutter hinzugeben und die Buletten damit überglänzen.

Nun alles dekorativ auf den Tellern anrichten und mit etwas leicht mariniertem jungen Rucola als Frischekick servieren.

Die Buletten

(Zutaten für 8 bis 10 Stück)

Menge Zutat
400 g Schweinehack (aus der Region, beste Qualität)
200 g rohe, feine Bratwurst (s. o.)
2 Schalotten
½ Bund Petersilie (Stiele und Blättchen gehackt)
8 Stiele Minze (Blättchen gehackt)
2 Eier
2 bis 3 Scheiben Sauerteigbrot (nicht mehr frisch)
1 Tasse lauwarme Milch
1 Hand voll getrocknete Aprikosen (1 bis 2 Stunden eingeweicht, abgetupft, zerkleinert)
1 kleine Hand voll getrocknete Mischpilze (1 bis 2 Stunden eingeweicht, ausgedrückt, zerkleinert)
2 Zehen Knoblauch
250 g junger Spinat (blanchiert, abgeschreckt, ausgedrückt, zerkleinert)

4 bis 6 EL

Semmelbrösel
2 TL Dijonsenf
  Salz
  Chilisalz
  Pfeffer
  Curry
  Kreuzkümmel

3 bis 4 EL

Olivenöl (zum Braten)
2 EL Nussbutter (zum Überglänzen)

Die Ofentomaten

Menge Zutat
4 mittelgroße reife Strauchtomaten (enthäutet, entkernt und geachtelt)
4 EL Olivenöl
1 Zehe Knoblauch (fein gerieben)
1 EL abgezupfte Thymianblättchen
  Salz
  Zucker

Die gefüllten Artischocken

Menge Zutat
4 kleine bis mittelgroße Artischocken (geputzt und in Wein-/Essigsud gegart)
60 g Hirse
120 ml Geflügelbrühe
2 frische Lorbeerblätter
½ rote und gelbe Paprikaschote (gewürfelt)

1 bis 2 EL

Limonenöl
2 EL Limettensaft
  Limettenabrieb
  Salz

Der Pilzsalat

Menge Zutat
2 gute Hand Voll Pfifferlinge
6 bis 8 mittelgroße Steinchampignons
3 bis 4 Pimentbeeren
2 Wacholderbeeren
1 TL Kümmel
1 TL Thymianblättchen
85 ml Cidre-Essig
160 ml Wasser
3 TL Zucker

6 bis 8 Stiele

Petersilie (gehackt)
1 Knoblauchzehe (fein gerieben)
1 Daumen großes Stück Ingwer (etwas davon fein gerieben)

4 bis 6 EL

mildes Olivenöl
  Fleur de Sel

Diese Seite wurde zuletzt am 25.11.2017 um 15:59 Uhr aktualisiert.

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