Shakshuka aus Grünzeug

Shakshuka aus Grünzeug

19. Juni 2022

Shakshuka hat viel Namen. Ob „Shakshuka“, „Chakchouka“, oder „Taktouka“ – überall beschreibt der Name die überzeugende Idee: In einem Pfännchen vereinen sich süß-fruchtige Tomaten mit cremig-schmelzenden Eiern und schmecken umwerfend! Der Name „Schakschuka“ ist äußerst praktisch, denn er hilft im Deutschen über eine holprige Aussprache hinweg.

Viele Wiegen hat Shakshuka, allen voran stehen Nordafrika und der „Vordere Orient“ im Grundbuch. Was zählt, ist jedoch, dass Menschen vieler Nationalitäten das Gericht lieben! Und was noch zählt, ist, dass dieses „Soulfood“ vereint und glücklich macht!

Zu jeder Tageszeit wird Shakshuka zubereitet: als Frühstück, Mittagessen oder Abendbrot. Sie gilt als Nationalgericht, doch sollen an dieser Stelle nicht Besitzansprüche zum Zuge kommen. Shakshuka oder ähnlich bestückte, doch anders genante Pfännchen kennt man überall dort, wo sonnengereifte, aromatische Tomaten geerntet werden. Meine heutige Shakshuka zeigt, dass sie auch ohne Tomaten glücklich machen kann, und ist ausschließlich mit grünen Zutaten bestückt. Eine Rezeptur für die klassische Shakshuka hält die FoodLady natürlich auch bereit: Shakshuka.

In Tunesien oder Algerien liebt man Shakshuka scharf und reichert sie gerne mit der allgegenwärtigen, meist sehr pikanten „Merguez“ an. In Ägypten fügt man Bohnen hinzu, in Israel Schafskäse. In der Türkei gibt es das der Shakshuka auf den ersten Blick sehr ähnliche „Menemen“. Der entscheidende Unterschied ist, dass bei der Shakshuka die Eier obenauf sitzen, bei der ägäischen Variante eingerührt werden, ähnlich dem bei uns bekannten Rührei. In allen Nationen bedeutet der Name „Gemischtes“, und das Gemischte wird mit unterschiedlichen, landesüblichen Kräutern und Gewürzen, doch überall pikant gewürzt. Einfach zuzubereiten, kostengünstig und nahrhaft. Rezepturen, die noch lange leben sollen!

Shakshuka – ein Gröstl

Um auf „Gemischte Pfännchen“ zu treffen, muss man nicht auf andere Kontinente reisen. Jeder kennt das „Bauernfrühstück“, das aus Kartoffeln, Gemüse und ebenfalls Eier besteht. Auch das aus den Alpen stammende „Gröstl“ folgt dieser Idee. So werden Bratenreste vom Sonntag verwertet, angereichert mit Kartoffeln, Ei, Champignons, Zwiebeln und vielen Kräutern. Auch hier geht es neben dem Aspekt, schnell und gesund satt zu werden, um den Einsatz von Resten oder einfach nur Dingen, die im Kühler herumstehen und eingesetzt werden müssen. In beinahe allen Rezepturen sind Käsereste gerne gesehen. Sie stammen von Kuh, Schaf oder Ziege, sind noch schmelzig oder schon knüppelhart. So retten die Pfännchen den Menschen vor Hunger und wertvolle Lebensmittel davor zu verderben.

Gemeinsam essen an einer runden Tafel

Ein Guten-Morgen-Starter

Die Idee solcher „rettender“ Pfännchen mutet also naheliegend und überaus nützlich an. Deutlich weniger Menschen können sich mit dem pikanten Pfännchen jedoch bereits am Morgen anfreunden. Dem weit verbreiteten „Marmeladen-Brötchen-Frühstücker“ treibt solch deftiges Treiben zur „Unzeit“ möglicherweise den Angstschweiß auf die Stirn. Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch und Chili am frühen Morgen erscheinen Vielen als Unding! Doch jenseits von Fragen des persönlichen Geschmacks ist ein Frühstück nach diesem Muster der perfekte Starter in den Tag!

Ein Spiegelei zum Frühstück

Shakshuka – der 24/7-Begleiter

Darüber hinaus findet sich in der „Pfännchen-Idee“ viel Gutes. Denn wer den Morgen als „Degustations-Option“ ausklammert, hat weitere Chancen am Tag, sich ein Pfännchen einzuverleiben. Aus den erwähnten und mindestens einem weiteren Grund ermuntere ich dazu, diese Chancen zu nutzen. Auch Ungeübte können sich gelassen an den Herd trauen, denn Shakshuka gelingt immer und schmeckt garantiert!

Die Idee des wild und bunt bestückten Pfännchens zeigt sich hier ganz spielerisch, einmal ohne den obligatorischen Reisekoffer: „Ich packe in mein Pfännchen …“ 😉. Die lustige Idee inspiriert mich, und ich greife sie gerne auf. In mein Pfännchen packe ich alles, was grün ist!

  1. Wirsingstreifen und Spinat blanchieren. Abschrecken.
  2. Lauch in Ringe schneiden, kurz blanchieren. Abschrecken.
  3. Brokkoli und Blumenkohl in feine Röschen zerteilen. In Salzwasser garen.
  4. Restliche Gemüse fein schneiden und beiseitestellen.
  5. Gewürze anrösten und fein mörsern.
  6. Pinien, Pistazien und Mandeln anrösten.
  7. Schafskäse würfeln.
  8. Zwiebeln fein würfeln, Knoblauch in dünne Scheiben schneiden. Anschwitzen.
  9. Schafskäse hinzugeben und alles leicht bräunen lassen.
  10. Blanchierte Gemüse und Gewürze hinzugeben. Abschmecken.
  11. Kleine Mulden formen und Eier hineingleiten lassen.
  12. Zum Servieren mit dem gerösteten Nuss-Mix bestreuen.
Das Pfännchen besticht durch das Zusammenspiel von Wirsing, Spinat und Lauch. Dazu die cremige Sauce aus Tahini und Sauerrahm, die noch leicht flüssigen Eier und die frischen Kräuter. Die Pinienkerne und gerösteten Pistazien geben den letzten Schliff. Wer möchte, macht das Pfännchen zusätzlich mit Pul Biber scharf.

Alle Gemüse sollen die grüne Farbe bewahren, daher wie folgt verfahren. Wirsing-Streifen 3 Minuten blanchieren, verlesenen Spinat am Ende mit in den Topf geben, sofort abschrecken, abtropfen lassen. Lauch waschen und in mittelfeine Ringe schneiden. Eine Minute blanchieren, abschrecken, abtropfen lassen. Brokkoli und Blumenkohl in kleine Röschen zerteilen und in reichlich gesalzenem Wasser al dente garen (ca. 2 bis 3 Minuten), abschrecken, abtropfen lassen. Sellerie in feine Rauten, Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden. Chilischoten entkernen, in feine Ringe schneiden. Die Gemüse beiseitestellen.

Kreuzkümmel, Koriander, Sesamsaat und Schwarzkümmel leicht anrösten, fein mörsern. Währenddessen Pinienkerne, Pistazien und Mandeln anrösten.

Schafskäse würfeln. Zwiebel fein würfeln. Knoblauch sehr fein schneiden. Zwiebeln und Knoblauch in Olivenöl glasig anschwitzen. Schafskäse hinzufügen. Die Masse für einige Minuten nicht mehr in der Pfanne bewegen und bei kleiner Hitze vom Boden her leicht bräunen lassen. Mit einem Spatel grob zerzupfen. Nun die blanchierten Gemüse, Sellerie und Erbsen, sowie die gemörserten Saaten hinzufügen. Tahini und Sauerrahm mit Salz, Pfeffer, Zitronenabrieb und Zitronensaft abschmecken, Mit einem Teil der Kräuter vorsichtig einrühren. Untermengen, Temperatur nehmen lassen.

Sobald der Inhalt des Pfännchens leicht zu brodeln beginnt, mit einer kleinen Suppenkelle Mulden schaffen und die Eier hineingleiten lassen. Das Eiweiß stocken lassen, die Eidotter sollen noch leicht flüssig sein und sich beim Essen über das Shakshuka-Pfännchen ergießen. Vor dem Servieren mit Frühlingszwiebeln, restlichen Kräutern, Pinienkernen, Mandeln und Pistazien bestreuen. Zitronenspalten und nach Gusto griechischen Joghurt zum Toppen dazu reichen.

Tipp: Man kann die Eier auch einzeln in einem Pfännchen braten und auf das Gericht setzen, so hat man den Gargrad der Eier besser unter Kontrolle.

Zutaten für 2 bis 4 Portionen (z. B. als Zwischengang)

Menge Zutat
1 Hand voll in Streifen geschnittener Wirsing
2 Hand voll Baby-Blattspinat
1 Stange Lauch
1 Bund Frühlingszwiebeln
1 Hand voll Brokkoliröschen
1 Hand voll Blumenkohlröschen
1 Hand voll Erbsen (TK)
2 Stangen Sellerie
2 grüne Chilischoten
1 mittelgroße Zwiebel
3 bis 4 junge Knoblauchzehen
200 g Schafskäse
4 Eier (Größe S)
2 EL Tahini
4 EL Sauerrahm
1 TL Kreuzkümmelsaat
1 TL Koriandersaat
1 TL Sesamsaat
1 TL Schwarzkümmel
2 EL Pinienkerne
2 EL Pistazien (grob gehackt)
2 EL Mandeln (grob gehackt)
2 Bio-Zitronen
8 EL Olivenöl
1 Hand voll Kräuter (z. B. Dill, Petersilie, Basilikum)
  Salz, Pfeffer
Evtl. als Topping Griechischer Joghurt

Diese Seite wurde zuletzt am 15.03.2026 um 01:05 Uhr aktualisiert.

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