Pasta con Patate e Fagioli

Pasta con Patate e Fagioli

8. August 2026

„Pasta con Patate e Fagioli“ klingt in meinen Ohren verführerisch. Wie immer umgarnt die italienische Sprache alle Sinne und selbst einem Topf „Nudeln mit Kartoffeln und Bohnen“ schenkt sie einen Hauch von Raffinesse. Trotz Zutaten aus der „einfachen Küche“ haben wir es keineswegs mit einem simplen Gericht zu tun, sondern mit einem Klassiker der italienischen Küche. Er kann eine lange Tradition vorweisen, weil alle ihn lieben!

Es lohnt sich, die Bestandteile der „Pasta con Patate e Fagioli“ näher zu betrachten. In Italien sind Gartenbohnen sehr beliebt. Seien es die grünen oder gelben jungen Bohnen in der knackigen Hülse oder die getrockneten Bohnenkerne. Weit oben in der Beliebtheitsskala stehen die „Borlotti-Bohne“, die „Cannellini-Bohne“ und die weißen Riesenbohnen „Fagioli Bianchi di Spagna“. Ich liebe sie alle wegen ihres feinen Geschmacks und ihrer vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Daher sind sie in meinem Vorratsschrank Dauergäste! Die getrocknete Version sowieso und die Konserve für den spontanen Einsatz.

Bohnenkonservern

Bunter Bohnen-Bericht

In der Cucina italiana ist eine Bohne nicht einfach eine Bohne. Sie ist weit mehr als ein Lebensmittel, das satt macht. Man findet sie in zahlreichen traditionellen Rezepturen, denn in den regionalen Küchen ist sie tief verwurzelt. In Venetien zum Beispiel liebt man die bunt gesprenkelte „Fagiolo di Lamon“, deren Konsistenz Anhänger als cremig-seidig bezeichnen. In der Basilikata gedeihen die „Fagioli di Sarconi“ und die „Fagioli di Rotonda“, schneeweiße rundliche, nussig schmeckende Bohnen. Ebenfalls weiß, doch winzig klein ist die „Schwefelbohne“ („Fagiolo Zolfino“), die auf den toskanischen Hügeln um Arezzo und Florenz angebaut wird. Gourmets lieben die extrem teure Bohne und verspeisen sie pur mit feinstem Olivenöl aus der Region. Es ist anzunehmen, dass sie dazu einen „Chianti Classico“ oder einen „Rosso di Montalcino“ genießen, die mit ihrem säurebetonten Charakter die cremige Bohne perfekt unterstützen.

Es wäre ambitioniert, all die regionalen Bohnen mit ihren unterschiedlichen Eigenschaften und Vorzügen aufzuzählen. Ziehen sie sich doch durch das ganze Land vom Norden über das Latium bis nach Sizilien. Passend zu den regionalen Bohnenvarietäten gibt es selbstverständlich auch viele Geschichten, die man sich, getragen von Stolz auf das heimische Produkt, von Generation zu Generation erzählt.

Rechenschieber? – Nicht die Bohne!

In Italien werden um die hundert unterschiedliche Sorten regional angebaut, die in ungezählten Rezepturen zum Einsatz kommen. Wie auch im heutigen Rezept immer wieder in der Kombination mit der allgegenwärtigen Pasta. Wer die gängigen Pasta-Sorten Italiens durchzählt – oder der Einfachheit halber Statistiken bemüht – kommt auf rund dreihundertfünfzig Varietäten 😲. Ich lasse mich dazu hinreißen, eine Überlegung zur beeindruckenden Vielfalt von Bohnen und Pasta und der sich daraus ergebenden möglichen Kombinationen anzustellen. Durch Multiplikation von rund hundert Bohnen- und dreihunderfünzig Pastasorten ergeben sich 35.000 Optionen zu unterschiedlichen Gerichten! Man überlege nur, zu welch ausufernder Vielfalt der Mathematik-Affine käme, würde er die Gesetze der Permutation in seine Überlegungen einbeziehen 🫘🧮!

Die Drei auf den Teller!

Ich bleibe diszipliniert und beziehe der Vollständigkeit halber die Kartoffel in meine Ausführungen ein, denn „La patata“ übernimmt die dritte Hauptrolle bei „Pasta con Patate“! In den klassischen Rezepturen werden Kartoffeln verwendet, die viel Stärke abgeben. Die Stärke aus Kartoffeln und Pasta, dazu Käse und Olivenöl führen zur Sämigkeit des Gerichts, das traditionsgemäß in einem einzigen Topf gekocht wird. Eine schöneres Attribut als „azzeccata“ könnte dem perfekt cremigen Wunder keine andere Sprache verleihen!

Pasta con Patate e Fagioli auf dem Teller

Ich verzichte auf eine weiterführende Berechnung des sich hieraus ergebenden kulinarischen Spektrums. Allein das Praktizieren mit den drei Superstars Nudel, Kartoffel, Bohne und viel Kreativität, gepaart mit Gespür für kulinarische Differenziertheit, bringt den Spaß.

Eintopf der Extraklasse

Meine Kreativität beglückt mich mit einem köstlichen Ergebnis! Ich setzte Conchiglie, die mittelgroße Variante von Conchiglioni ein, denn in ihrem Inneren sammelt sich sämig gerührte Pesto. Den Klassiker „Pesto Genovese“ lenke ich mit Zitronenmelisse, einem Hauch Liebstöckel und Rucola in eine spritzig-frische, leicht scharfe Richtung. Die Kartoffel tritt in meiner Version nicht sämig, sondern als knusprige Bratkartoffel auf den Plan. Buttrige Croûtons, golden geröstete Pinienkerne und junger Rucola geben meiner Pasta einen edlen Touch mit facettenreichem Munderlebnis. Ein Klecks Pesto on top schenkt ihr Extraklasse!

Die Nudeln, Kartoffeln und Bohnen

  1. Kartoffeln al dente garen. Pellen. In Scheiben schneiden.
  2. In Butterschmalz knusprig braten.
  3. Pesto zubereiten.
  4. Nudeln kochen. In Pesto schwenken.
  5. Croutons braten.
  6. Pinienkerne rösten.
  7. Pasta mit Bratkartoffeln und restlichen Zutaten vermengen.
  8. Parmesan darüber hobeln.

Der Pesto

  1. Parmesan und Pecorino reiben.
  2. Kräuter verlesen.
  3. Kräuter und Pinienkerne mit Öl und Brühe mixen.
  4. Parmesan untermixen.
  5. Pesto abschmecken.
Die Einfachheit ist es, die diesen italienischen Klassiker über Generationen hinweg beliebt macht. Pasta verbindet sich mit cremiger Pesto und nussigen, ebenfalls cremig-samtigen Bohnenkernen. Die Kartoffel avanciert vom ehemaligen Sättigungselement zur goldbraunen, knusprigen Begleiterin. Drei feste Elemente der ländlich inspirierten Küche verbünden sich mit Rucola, Pinienkernen, Croutons und Parmesan zu unschlagbarem Soulfood!

Die Nudeln, Kartoffeln und Bohnen

Kartoffeln am Vortag in gut gesalzenem Wasser mit Lorbeerblättern al dente garen. Nach 10 Minuten mit einem spitzen Messer hinein piken, um den Gargrad zu prüfen. Keinesfalls über al dente garen. Nach dem Abkühlen pellen und in nicht zu dünne Scheiben schneiden. Bis zum Braten abgedeckt aufbewahren.

Pasta in gut gesalzenem Wasser al dente kochen. Vor dem Abgießen 1 Tasse Nudelwasser abnehmen und beiseitestellen. Bohnen auf einem Sieb kurz abtropfen.

Toastbrot entrinden und gleichmäßig fein würfeln. In Butter und einem kleinen Schuss Olivenöl langsam golden und knusprig braten. Pinienkerne golden rösten. Chilischoten entkernen, in feine Ringe schneiden.

Kartoffeln unmittelbar vor dem Servieren knusprig braten. Dafür die Scheiben in einer ausreichend dimensionierten, beschichteten Bratpfanne einzeln nebeneinander legen. Mit Chilisalz würzen.

Einen Teil des Pesto und einige Löffel Nudelwasser in eine Sauteuse (oder einen breiten Stiltopf) geben. Pasta und Bohnen unterschwenken, bis alles von dem Pesto ummantelt ist. Großzügig mit der cremigen Sauce sein! Restlichen Pesto separat servieren. Bratkartoffeln vorsichtig unter die Pasta heben. Croutons darüber streuen. Mit Rucola und Pinienkernen toppen. Parmesan über der Pasta in Späne hobeln. Sofort servieren.

Der Pesto

Parmesan und Pecorino sehr fein reiben. Kräuter verlesen, nur die Blättchen verwenden. Mit den weiteren Zutaten, zunächst ohne Käse, in einen Mixbecher füllen und mit dem Zauberstab rasch cremig mixen, nicht ganz fein. Wichtig: Die Geflügelbrühe nach und nach hinzufügen, damit der Pesto nicht zu flüssig wird. Zum Schluss den geriebenen Käse untermixen, nur ganz kurz, damit er nicht zu schmelzen beginnt. Mit Zitronenabrieb, Zitronensaft, Tabasco, Salz und Pfeffer abschmecken. Bis 10 Minuten vor dem Servieren kühl aufbewahren.

Tipp: Ich verwende immer einen Schuss Brühe für Pesto, so wird er nicht ganz so fest und ist leichter.

(Zutaten für 2 Portionen)

Die Nudeln, Kartoffeln und Bohnen

Menge Zutat
200 g Conchiglie
6 kleine festkochende Kartoffeln (z. B. „La Ratte“ oder „Bamberger Hörnchen“)
150 g kleine weiße Bohnen (z. B. „Canellini“)
3 Scheiben Toastbrot
1 Hand voll Pinienkerne
1 rote Chilischote
Einige Rucolablättchen
Einige EL mildes Olivenöl
2 bis 3 EL Butter
ca. 30 g Parmesan (am Stück)
  Salz, Chilisalz

Der Pesto

Menge Zutat
1 Bund Basilikum
½ Bund Blattpetersilie
3 bis 4 Stiele Zitronen-Melisse
8 bis 10 Blättchen junger Rucola
1 Bio-Zitrone
2 junge Knoblauchzehen
40 bis 50 g Parmesan gerieben (Optimal: 20 g ersetzen durch Pecorino)
40 g Pinienkerne (golden geröstet)
40 ml mildes Olivenöl (z. B. aus Ligurien)
20 ml Sonnenblumenöl
20 bis 30 ml Geflügelbrühe
Einige Spritzer grüner Tabasco
  Salz, Pfeffer

Diese Seite wurde zuletzt am 08.08.2026 um 23:49 Uhr aktualisiert.

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