Kraftbrühe mit Butterklößchen

Kraftbrühe mit Butterklößchen

5. Dezember 2025

Kraftbrühe verleiht eine extra Portion Kraft. Das verspricht der Name, und das hält die Brühe. Auf sie ist Verlass, und sie ist einfach herzustellen. Besonderes Kochkönnen verlangt sie nicht, doch unbedingt gute Zutaten und Geduld. Zeit. Stunden Zeit. Die hat doch heute keiner mehr? Doch!

Es ist eine Frage der Planung: Ist ein Suppentopf erst einmal befüllt, verwandelt sich der Inhalt von allein in eine gute Brühe. Während der Topf sein Wunderwerk vollbringt, kann man für sich selbst viel Schönes anstellen. Ich habe es schon oft geschrieben, und ich wiederhole mich an dieser Stelle dennoch. Es liegt mir am Herzen, die Botschaft hinauszutragen: Mit wenig Arbeitseinsatz kann man viele Portionen köstlicher Brühe herstellen.

Während ein Topf mit besten Zutaten für eine Kraftbrühe vor sich hin simmert und das Haus sich mit einem vielversprechenden Duft füllt, kann man sich entspannen, ein Buch lesen, einen schönen Film anschauen. Ich mache beispielsweise ein paar Yoga-Übungen, werkele im Haus herum oder begebe mich auf die Suche nach Inspiration für neue Rezepte. Ich halte fest: Glücklich ist, wer einen gut bestückten Suppentopf auf dem Herd stehen hat, denn der kann mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen und im wahrsten Sinne des Wortes aus dem „Vollen“ schöpfen.

Suppengemüse (Vorratshaltung)

Leckerer Virenkiller

Genuss und Heilung hat die gute alte Kraftbrühe zu bieten! Inzwischen ist das wissenschaftlich belegt. Sie strotzt vor Mineralien, entzündungshemmenden Aminosäuren und Kollagen, das Gelenke und Knochen elastisch hält. Nicht zu verachten ist die Wirkung von Kollagen auf die Haut, denn es hält sie geschmeidig und straff. Doch an dieser Stelle das wichtigste Argument für die Herstellung: Knochenbrühe und Hühnersuppe sind ein verlässlicher Virenkiller! Die Brühe wärmt von innen, „ölt“ attackierte Schleimhäute und hält das befeuerte Immunsystem auf Abwehr. Außerdem schmeckt sie, und was schmeckt, schenkt gute Laune. Und wer gute Laune hat, der hat jedem Störfeuer etwas entgegenzusetzen! Also: ran an den Topf! Selbst in bereits angeschlagenem Zustand bekommt man eine erste Abwehr noch hin. Einmal die Kräfte sammeln und den Topf bestücken: Was muss, das geht!

Zutaten an Bord, bitte!

Einen großen Topf aus dem Regal holen, zwei Bund Suppengrün notfalls unzerkleinert hineingeben, jedoch wirklich nur im Falle des Schwächelns 😉. Das Huhn oder Suppenfleisch auf das Gemüse setzen. Der Liebste sorgt bereits im späten Herbst dafür, dass sich diese wichtigen Inhalte portioniert im Froster eingelagert haben. Das bedeutet, nach Hinzufügen weiterer Ingredienzien wie Pfefferkörner, Lorbeerblätter, Nelken, Wacholderbeeren und ein oder zwei wunderschönen Exemplaren vom Sternanis – ich liebe diese perfekten Gebilde – und dem Hinzufügen von ausreichend Wasser nimmt die Heil bringende Angelegenheit Fahrt auf!

Ein Slow-Cooker bei der Arbeit

Eine weitere Entdeckung der Langsamkeit

Vor allem, wenn man in Besitz eines „Schongarers“ ist, auch „Slow Cooker“ oder „Crock-Pot“ genannt, der bei konstanter Temperatur für eine gewünschte Zeit – auch über Stunden hinweg – das Gargut schonend und gemütlich vor sich hin köchelt. Wer aus den einen oder anderen Gründen den Geruch des Inhalts lieber nicht in der Wohnung möchte, platziert das elektrisch betriebene Wunderding im Freien, falls er die Möglichkeit dazu hat! Ich habe und werde keine Werbeverträge abschließen, doch: Die Anschaffung eines solchen Geräts empfehle ich wärmstens und aus tiefer Überzeugung! Als Freundin meines „Russel Hobbs“ verweise ich auf diesen. Modelle für viele Kochmethoden und die passende Familiengröße sind verfügbar!

Kochtopf-Medizin

Der Rest macht sich auf kleinster Flamme von allein! Man legt sich in Erwartung einer stärkenden Brühe aufs Ohr, träumt was Schönes und ist – falls einen Bakterien und Viren wirklich schlauchen – wie von ganz allein auf dem Weg der Besserung. Gibt man kurz vor dem Servieren noch kräftig Ingwer und etwas geriebene Kurkuma-Wurzel sowie frisch geriebenen Meerrettich hinzu, sind Schwitzen und Genesung versprochen. Auch wenn man nicht die Kondition mitbringt, bis zum Ende durchzuhalten, ist ein gutes Ergebnis gesichert und simmert vielversprechend vor sich hin. Den Herd darf man getrost aus den Augen verlieren! Auf die entstehende Brühe und den „Cooker“ ist Verlass.

Feinste Brühe

Alles in und aus Butter

Das Wunderding „Brühe“ funktioniert seit Generationen! Aus den USA schwappte vor einigen Jahren für teures Geld Knochenbrühe als bahnbrechende Neuheit über den Ozean. Die Omas wussten, was guttut und vom Gedanken auf klingelnde Kassen angetrieben, griffen die Hersteller der Knochenbrühen auf das tradierte Wissen der Oma zurück. Wie gut, dass ich auf das handgeschriebene Kochbuch meiner Oma zurückgreifen kann, denn aus dem habe ich die Rezeptur der köstlichen „Butterklößchen“. Man muss sich sehr zarte, leuchtend gelbe Brotklößchen mit viel Ei und brauner Butter vorstellen. Und sich dieser Vorstellung genüsslich hingeben. Sich auf die Knödelchen freuen. Sie schmecken sanft und buttrig. Und wenn man darüber hinaus Trost braucht, für was auch immer, tun sie verlässlich ihr Werk! Es lebe das Gute, es lebe die Tradition, und es leben Rezepturen, die Gutes und Tradition weiterleben lassen! Ein Sinnspruch, der mir gut gefällt: „Tradition ist die Glut, die unser Feuer nährt!“

Die Kraftbrühe

  1. Gemüse würfeln und anrösten.
  2. Mit Wasser aufgießen, Beinscheiben einlegen.
  3. Steinpilze, Tomaten und Gewürze hinzufügen.
  4. 2 bis 3 Stunden leise köcheln.
  5. Hühnerkeulen dazugeben. Eine weitere Stunde köcheln.
  6. Brühe durchpassieren.

Die Butterklößchen

  1. Butter und Eier schaumig aufschlagen.
  2. Alle weiteren Zutaten hinzufügen. Vermengen.
  3. Kleine Klößchen formen.
  4. In Salzwasser garziehen lassen.

Die Fertigstellung

  1. Brühe klären. Erhitzen.
  2. Gemüseeinlage vorbereiten.
  3. Butterklößchen in Nussbutter schwenken.
  4. Hühnerbrust in Scheiben schneiden.
Die Kraftbrühe hat eine schöne geschmackliche Tiefe und ist sehr stärkend. Die Butterklößchen sind sanft und samtig. Sie sind keineswegs alltäglich, sondern etwas Besonderes und schmecken wundervoll. Gäste entzückt man damit! Die Einlagen runden die Brühe raffiniert ab und sind nicht nur gesund, sondern auch äußerst schön anzusehen.

Die Kraftbrühe

Gemüse in ca. 1 cm große Stücke zerteilen. Die Frage, ob man sich diese Arbeit machen soll, beantworte ich mit „Ja!“. Auf diese Weise ist die Oberfläche der Gemüse größer, und es können mehr Aromen austreten. Die Gemüse anrösten, Farbe nehmen lassen. Mit 3,5 Liter kaltem Wasser ablöschen. Beinscheiben einlegen. Gewürze, getrocknete Tomaten, getrocknete Steinpilze und die Parmesanrinde hinzufügen. 3 bis 4 Stunden simmern (leise köcheln). Keineswegs salzen, damit von allen Bestandteilen im Topf möglichst viele Geschmacksstoffe in die Brühe geschwemmt werden. Eine Stunde vor Ende der Garzeit die Hühnerkeulen dazugeben. Nach Ende Hühnchen und Beinscheiben entfernen. Brühe noch heiß durch ein Sieb passieren. Salzen.

Vom Hühnchen noch warm die Haut abziehen. Die Haut separat zwischen Backpapier in einer Pfanne knusprig braten und später über das Gericht bröseln. Das Fleisch vom Knochen lösen, salzen. Für die Suppeneinlage aufbewahren. Oder für ein Frikassee verwenden.

Tipp: Es ergeben sich etwa 10 Portionen Brühe. Diese bei Bedarf einfrieren. So hat man eine Basis für viele weitere Gerichte zur Hand. Oder man trinkt eine Tasse davon, wenn einem fröstelt.

Die Butterklößchen

In einer Rührschüssel Butter mit Eiern leicht schaumig aufschlagen. Panko und Semmelbrösel hinzufügen. Fein geschnittenen Lauch, großzügig Zitronenabrieb, Parmesan und die restlichen Gewürze hinzufügen. Die Masse 1 Stunde abgedeckt stehen lassen. Ein Probeklößchen machen. Gegebenenfalls nachwürzen.

Gleichmäßige kleine Klößchen rollen. Ich wiege die Portionen vorher ab (15 g), damit sie alle gleich groß sind. Das sieht schöner aus. Die Kügelchen lassen sich besser rollen, wenn man die Handflächen leicht feucht hält. Zwischendurch immer wieder die Hände mit kaltem Wasser abspülen, denn der Teig klebt ganz leicht. Die Klößchen in siedendem, gut gesalzenem Wasser mit den 2 Lorbeerblättern und der Speisestärke ca. 8 Minuten gar ziehen lassen. Die Speisestärke gibt den zarten Klößchen mehr Stabilität und glättet feine Risse. Jeweils nur so viele Klößchen in den Topf geben, dass sie noch nebeneinander frei schwimmen können.

Tipp: Die Klößchen können gut vorbereitet werden, heben sich im Kühlschrank 2 bis 3 Tage auf. Sie passen zu vielem. Sauce, ob vom Braten oder Tomatensauce lieben sie. In Butter geschwenkt passen sie hervorragend zu knackigen Salaten.

Die Fertigstellung

Damit die Brühe besonders elegant aussieht, sollte sie geklärt werden. Zwei Eiweiß verquirlen und in die kalte Brühe geben. Diese langsam zum Siedepunkt bringen. Dabei immer wieder mit dem Schneebesen aufrühren. Sobald sie sich dem Siedepunkt nähert, im Auge behalten. Ist sie dann aufgeschäumt, sofort beiseiteziehen. Soweit möglich, den Schaum mit einer Kelle abheben. Ein Sieb mit einem Passiertuch auslegen und die Brühe durchfiltern. Wer kein Passiertuch hat, kann auch Küchenkrepp verwendet, dann dauert der Vorgang deutlich länger. Nun ist eine wunderschöne golden leuchtende Brühe entstanden. Der Aufwand lohnt sich!

Tipp aus der feinen Küche: Wer die Brühe noch etwas geschmackvoller möchte, der fügt zum Klären noch gewolftes Fleisch „Klärfleisch“ hinzu. Das gibt extra Kraft!

Für die Einlage aus dem Kürbis einige Kürbiskugeln auspulen und kurz blanchieren (notfalls gehen auch Kürbiswürfel). Die Butterklößchen in der Nussbutter schwenken.

Die pochierte Hühnerbrust in Scheiben schneiden. Den Frühlingslauch in feine Längsstreifen schneiden und in Eiswasser legen. So biegt er sich leicht und sieht schön aus.

Die Teller mit dem Wirsing auslegen, die restlichen Zutaten schön anrichten und mit dem Frühlingslauch ausgarnieren. Zuletzt die Backerbsen hinzufügen.

Tipp: Wer Markklößchen einmal selbst machen möchte, der traue sich ruhig heran. Es ist nicht kompliziert. Für eine Festtagssuppe machen wir sie immer selbst. Mehr dazu hier: Schwäbische Festtagssuppe

Die Kraftbrühe

(Zutaten für 3 Liter)

Menge Zutat

2 (ca. 500 g)

Rinderbeinscheiben

2

Hühnerkeulen

200 g

Knollensellerie

200 g

Möhren

200 g

Lauch

200 g

Zwiebeln

1 kleine

Fenchelknolle

1 Hand voll

getrocknete Tomaten

1 Hand voll

getrocknete Waldpilze

4

frische Lorbeerblätter

3

Nelken

8

Wacholderbeeren

8

Pimentbeeren

10

schwarze Pfefferkörner

2

Sternanis

2

Kardamomkapseln

1 daumengroßes Stück

Ingwer (mit Schale)

1 Stück

Parmesanrinde (für mehr Umami)

 

Salz

Die Butterklößchen

(Für 25 bis 30 Stück)

Menge Zutat

80 g

Butter (zimmerwarm)

4

Eier

100 g

Panko (grobes Paniermehl ohne Rinde)

40 g

Semmelbrösel

10 cm

Lauchstange (das Helle, sehr fein geschnitten)

4 EL

geriebener Parmesan

2

frische Lorbeerblätter

6

Kaffir-Limettenblätter (ohne Rispe, sehr fein geschnitten)

1

Bio-Zitrone

1 Prise

Piment d‘Espelette (nach Geschmack)

 

Salz, Pfeffer, Muskat

2 TL

Speisestärke (für das Kochwasser)

Die Fertigstellung

(Bezieht sich auf 2 Portionen)

Menge Zutat

500 ml

Kraftbrühe

1

Hähnchenbrust (sanft pochiert)

8

Butterklößchen

8

Markklößchen (z. B. von „Bürger“ oder „Leimer“)

2 EL

Nussbutter

3 Stängel

Frühlingslauch

1 kleiner

Hokkaido-Kürbis

2

Wirsingblätter (blanchiert, in Segmente geschnitten)

½ Tasse

Backerbsen (z. B. von „Alnatura“)

Außerdem:

2 Eiweiß (zum Klären)

 

Passiertuch

Diese Seite wurde zuletzt am 13.12.2025 um 18:36 Uhr aktualisiert.

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