Hotdogs

Hotdogs

Hotdogs

27. Juli 2017

Am letzten Wochenende fand bei meist strahlendem Wetter das diesjährige Streetfood-Festival in der Landeshauptstadt Saarbrücken statt. Natürlich waren wir dort. Wie wir es gefunden haben? Zunächst überhaupt nicht, denn es war kein einziges Schild zu sehen. Und der Bürgerpark entlang der Saar ist doch recht geräumig. Schließlich setzten wir unsere Nasen als Kompass ein und gingen zielsicher in Richtung der heranwehenden Düfte. So „fern“ gesteuert konnten wir das Fest-Gelände alsbald ausmachen. Wo aber war der Eingang? Schild oder Banner: Fehlanzeige. Wir hängten uns an ein kleines Grüppchen Herumirrender, die sich wiederum an die Fersen von Besuchern geheftet hatten, die am Vortag bereits zu Gast und somit ortskundig waren.

Nachdem wir diese Hürde erfolgreich überwunden hatten, fanden wir das, was wir vorfanden „echt gudd“. Über vierzig kleine Büdchen waren unter lauschigen Bäumen verteilt. Dazwischen überall Sitzgelegenheiten und bunte Lichterketten. Eine sehr beschauliche Atmosphäre, in der wir uns pudelwohl fühlten. Viele Köstlichkeiten wurden angeboten, leider gingen wir nach der vierten Kostprobe und einem sehr leckeren Glas Wein kapazitätsmäßig mehr oder weniger in die Grätsche. Das Angebot war halb professionell bis professionell und sehr vielfältig. Ich habe mir einen Spaß daraus gemacht, zwei gleiche Trucks oder Stände auszumachen, mir ist eine Dopplung allerdings nicht aufgefallen. Zwar gab es zum Beispiel mehrere Angebote von Burgern, die jedoch in ihrer Machart sehr unterschiedlich waren.

Ganz anders als auf den Stadtfesten, bei denen es das ewig gleiche Essen gibt. Pommes, Bratwürste und, weil wir im Saarland sind, eben „Schwenker“ und „Crêpes“, die von den französischen Nachbarn zu uns herübergeschwappt sind. Auf besagtem Festival aber gab es neben den erwähnten Burgern unter anderem Burritos, exquisite Fritten mit interessanten Toppings, Hotdogs, handgeschabte Spätzle mit frischen Pfifferlingen, entzückende kleine Obststrudel mit verschiedenen Füllungen, Käsebrote mit frisch geschmolzenem Käse à la Raclette, Stände mit internationalen Spezialitäten aus Afrika und Asien und Vieles mehr. Vielleicht  stelle ich mich ja nächstens mit meinem exklusiven Schwenker-Burger dorthin. Ich bin mir sicher, der würde gut ankommen! Aber vorher muss ich ihn noch patentieren lassen …

Besonders abgefahren war ein Büdchen mit essbaren Insekten. „Don’t cry. Eat it!“ lautete der anheimelnde „Lockruf“. Dem wir allerdings nicht gefolgt sind. Nein, nicht aus Feigheit oder Abscheu, sondern weil wir – wie gesagt – zu diesem Zeitpunkt einfach schon pappssatt waren. Na gut, ich will ehrlich sein: Eine kleine Heuschrecke hätte schon noch Platz gefunden ;-)

Streetfood-Festival 2017, Saarbrücken
Streetfood-Festival 2017, Saarbrücken

Was uns von den verkosteten Leckereien überhaupt nicht geschmeckt hat, war unsere erste „Versuchung“, ein Hotdog. Einfach lieblos, wabbelig und fade. Dazu mit einem Preis von 5 Euro gnadenlos überteuert. An sich mag ich Hotdogs sehr gerne, nicht zuletzt weil sie mich immer an unseren ersten New-York-Besuch erinnern. Und in dem schwedischen Möbelhaus, das wir gerne frequentieren, sind sie Pflichtprogramm. Mit einem „Erfrischungsgetränk“ für kleines Geld. Letztes Mal hatten wir zunächst Pech. Zwiebeln und Essiggürkchen sowie zwei der Saucen waren ausgegangen. Was wir allerdings erst bemerkten, als wir Wurst und Brötchen schon auf der Hand hatten. Nächstes Mal schaue ich mir die Topping-Station vorher an! Also drehten wir noch eine Runde in der Hoffnung auf Nachschub. Und siehe da, unsere Rechnung ging auf. Also haben wir zwei weitere Dogs geordert. Diesmal wurden sie mit allem Drum und Dran „getoppt“. Die sind ja ganz klein, da gehen schon zwei!

Streetfood-Festival 2017, Saarbrücken
Streetfood-Festival 2017, Saarbrücken

Nach der Erfahrung mit dem Street-Food-Festival-Hotdog war klar, dass ich am Wochenende zum ersten Mal meine eigenen Hotdogs zubereiten würde. Gewissermaßen, um die fade Erinnerung auszulöschen. Keine simplen Hotdogs von der Stange. Vielmehr welche mit selbstgebackenen, goldgelben, fluffigen Brötchen. Und mit Wurst aus eigener Rezeptur. Nach einigem Nachdenken zur Vorgehensweise beschloss ich, dass ich mir das Gefummel mit Brät, Einfülltülle und gewässertem Schafsdarm nicht antun würde. Für den Anfang ginge es gut und gerne auch etwas simpler. Mir fielen dabei die tollen Currywürste ein, die ich in Berlin so gerne esse. Oder die „Wollwürste“, die mir kürzlich in München über den Weg gelaufen sind. Die brauchen schließlich auch keinen Darm, um köstlich zu schmecken. Und dann denke man an die Weißwürste, die eine Hülle brauchen, die dann aber keiner mag, und die mehr oder weniger gekonnt wieder abgefrickelt werden muss.

Mein Plan war folgender: Ich würde mir bei unserem Lieblingsmetzger frisches Brät ordern und dann noch eine Einlage hineingeben. Für die Haptik, aber auch fürs Auge. Entschieden habe ich mich für klein gewürfelte Hähnchenbrust, Oliven, Softtomaten und Korianderkraut. Außerdem noch einige Gewürze. Durch die Hähnchenwürfel wurde die Konsistenz äußerst interessant. Irgendwie griffiger als feine Bratwurst aber nicht annähernd so derb wie die handelsüblichen groben Würste mit oftmals recht widerborstigen Stückchen darin. Das gemischte Brät füllte ich in einen Spritzbeutel und dann kam mein Kniff ins Spiel. Ich spritzte die Masse in der gewünschten Menge auf Klarsichtfolie und drehte eine Zigarre daraus. Diese wurde anschließend in Alufolie gewickelt und nochmals gut zugedreht. Die Enden immer schön nach oben. Anschließend wurden die Würste gebrüht und, nachdem sie leicht abgekühlt waren, wieder ausgewickelt.

Hotdog "Bonbons"
Hotdog "Bonbons"

Ganz einfach im Grunde, aber es benötigt schon ein wenig Zeit und Geduld. Sehr hilfreich ist es, sich eine Art Halterung für das Aufspritzen zu organisieren. Das kann zum Beispiel eine Wolfszähne-Backform sein. Oder eines von diesen länglichen schmalen Servierschälchen für Oliven. Die Würste sehen nicht so gleichmäßig aus, wie die professionellen. Das ist klar. Müssen sie aber auch nicht, denn hier steht die Handarbeit im Vordergrund. Und schmecken, das verspreche ich, das tun sie! Vor allen Dingen nachdem sie vor dem Servieren in etwas Olivenöl oder Butterschmalz knusprig braun angebraten werden!

Die Brötchen

  1. Mehl, Grieß, Wasser, Milch, Zucker und Hefe in einer Schüssel vermengen und abgedeckt gehen lassen.
  2. Eier, Butter und Salz hinzufügen und in der Küchenmaschine kneten lassen. Zu einer Kugel formen und nochmals gehen lassen.
  3. Portionen von ungefähr 50 g abstechen. Geformte Brötchen-Rohlinge auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen. Nochmal gehen lassen.
  4. Eigelb und Sahne verquirlen und Oberfläche der Brötchen bepinseln.
  5. Auf der mittleren Schiene im Ofen backen. Auskühlen lassen.

Die Würstchen

  1. Brät vom Metzger bereitstellen.
  2. Hähnchenbrust sanft braten und in Würfelchen zerteilen.
  3. Alle Zutaten miteinander vermengen und kräftig abschmecken.
  4. Masse in einen Spritzbeutel mit großer Tülle füllen und auf Klarsichtfolie aufspritzen.
  5. Gleichmäßig große Würste aufrollen.
  6. In Wasser sieden lassen.
  7. Vor dem Servien in der Pfanne knusprig anbraten.

 

Die Brötchen

Mehl, Grieß, Wasser, Milch, Zucker und Hefe in einer Schüssel vermengen und abgedeckt 30 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen. Eier, Butter und Salz hinzufügen und in der Küchenmaschine auf mittlerer Stufe 10 Minuten kneten lassen, bis ein glatter Teig entstanden ist. Zu einer Kugel formen und nochmals abgedeckt 30 Minuten gehen lassen.

Nun kleine Portionen von ungefähr 50 g abstechen. Auf der Handfläche platt drücken und mit beiden Händen so lange den Teig vom Rand zur Mitte hin einschlagen, bis eine feste Kugel entstanden ist. Diese in eine längliche Form bringen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen. Wiederum 30  Minuten lang abgedeckt gehen lassen. Das Eigelb und die Sahne verquirlen und die Oberfläche der Brötchen damit bepinseln. Bei 200 °C auf der mittleren Schiene im Ofen 20 Minuten lang backen. Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen und bald verzehren. Übrige Brötchen kann man gut einfrieren und anschließend halbiert im Toaster aufbacken. Sie schmecken auch mit Marmelade toll!

Die Würstchen

Ich habe es mir an dieser Stelle leicht gemacht, indem ich mein Brät fertig beim Metzger gekauft habe. Man kann es jedoch ohne Probleme auch selber herstellen, indem man Fleisch nach Wahl und Sahne portionsweise cuttert. Vorausgesetzt, alle Zutaten sind eiskalt, gelingt das auf jeden Fall.

Die Hähnchenbrust wird sanft gebraten und in sehr kleine Würfelchen zerteilt. Dann werden alle Zutaten miteinander vermengt und kräftig abgeschmeckt. Ich mache mir immer ein Probeklößchen, um auf der sicheren Seite zu sein.

Nun die Masse in einen Spritzbeutel mit großer Tülle füllen und auf ausreichend große Stücke Klarsichtfolie aufspritzen. Wie im "Senf" schon erwähnt, ist es hilfreich, eine geeignete Form zur besseren Handhabung einzusetzen. Zum Beispiel eine Backform für Wolfszähne oder eine längliche, sehr schmale Servierschale für Oliven. Diese Anschaffung lohnt sich auf jeden Fall, denn alleine schon die schöne Präsentation von Oliven ist den Kauf wert.

Nun vorsichtig in der Folie gleichmäßig große Würste aufrollen. Dabei schauen, dass die Folie straff sitzt und die Enden gut verzwirbeln. In Alufolie wickeln und auch diese Enden gut festdrehen. Die Enden nach oben wenden und die Würste in eine geeignete flache Kasserolle setzen. Für 20 Minuten leise sieden lassen. Dann auskühlen lassen, auswickeln und vor dem Essen in der Pfanne knusprig anbraten.

Die Toppings (im Schnelldurchgang)

Für das Topping der Hotdogs kann man sich allerlei ausdenken. Ich habe frische Gurken statt der eingelegten genommen. Und statt der üblichen getrockneten Zwiebeln habe ich Silberzwiebelchen karamellisiert. Außerdem für Knackigkeit Radieschen und fein gehobelten Rotkohl. Ein paar dekorative Salatblätter und verschiedene Kräuter habe ich für Frische und natürlich für eine schöne Optik hergenommen. Unverzichtbar sind Saucen. Ich habe Barbecue Sauce, Koriander-Mayonnaise und Curry-Aprikosen-Crème dazu gegeben. Deren Fruchtigkeit passt ausgesprochen gut in die Gesamtkomposition. Und weil ich noch einige schöne Zwetschgen parat hatte, gab es dazu etwas süßlich Spritziges obendrauf.

Die Brötchen

(ca. 14 bis 18 kleine Brötchen à 50 g)

Menge Zutat
500 g Dinkelmehl
50 bis 60 g Maisgrieß
150 ml lauwarmes Wasser
50 ml lauwarme Milch
40 g Zucker
½ Würfel Hefe
2 Bio-Eier (Größe M)
80 g weiche Butter
7 bis 8 g Salz
1 Eigelb
1 EL Sahne

Die Würstchen

(ca. 12 Würstchen)

Menge Zutat
500 g feines Fleischbrät
1 Hähnchenbrust
1 Hand voll schwarze Oliven (gehackt)
1 Hand voll getrocknete Tomaten (eingeweicht, gehackt)
½ Bund Koriandergrün (gehackt)
½ rote Chilischote (entkernt, gehackt)
6 bis 8 EL Sahne
1 Eigelb
½ TL Koriandersaat (gemörsert)
½ TL Curcuma
½ TL Mildes Currypulver
  Muskat

Tipp

Wenn man Gäste mit den Hotdogs bewirten möchte, stellt man alle Zutaten zur Auswahl bereit, und jeder kann sich nach Lust und Laune bedienen. Vor allen Dingen Kindern macht das großen Spaß!

Diese Seite wurde zuletzt am 02.11.2017 um 19:56 Uhr aktualisiert.

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