Hirse-Piroggen mit Steinpilz und Löwenzahn

Hirse-Piroggen mit Steinpilz und Löwenzahn

8. Dezember 2018

Der Einstieg in den Advent war kreativ und lustig. Wir haben mit prächtigen kleinen Besuchern Plätzchen gebacken, Piroggen gebastelt, Weihnachtswünsche gemalt und sehr viel gelacht! Am Ende eines wunderschönen Tages waren wir alle müde, aber glücklich und fielen mit geröteten Wangen in einen traumvollen „Erster-Advent-Schlaf“!

Die Freude auf den Advent, dieser besonderen Zeit vor Weihnachten, habe ich mir ins Erwachsenenleben hinübergerettet. Ich öffne mich dem, was diese Wochen zu bieten haben. Hektik und nerviges Treiben sind seit Langem schon abgestellt, ich mache es mir im wahren Wortsinn schön. Ebenfalls hinüber gerettet habe ich mir die Freude an den Wimmelbüchern von Ali Mitgutsch. Noch heute erfreue ich mich an den weihnachtlichen Szenarien mit viel Schnee und einem zugefrorenen Teich zum Schlittschuhlaufen, Hügeln zum Hinuntersausen auf dem Schlitten und viele fröhliche Kinder mit gestrickten Mützen, Schals und Handschuhen. Wenn ich die Abbildungen vom Weihnachtsmarkt mit unzähligen erleuchteten Büdchen anschaue, habe ich den Duft nach Plätzchen und Räuchermännchen tatsächlich in der Nase. Eindrücke aus der behaglichen Weihnachtsstube lassen die Kindheit lebendig werden: Unter dem Tannenbaum warten bunte Päckchen, ein Schaukelpferd steht gleich daneben und eine erleuchtete Krippe mit dem Jesuskind darin ist im Schutz des geschmückten Weihnachtsbaums aufgebaut. Im Ofen brutzelt goldbraun eine Gans, auf dem Tisch wartet ein sternenförmiger Teller mit allerlei Plätzchen. Im Bild für alle Zeiten festgehalten: Winter, Weihnacht, Herzenswärme!

Mein Wimmelbild

Ich male mein eigenes Advents-Wimmelbild, im Mittelpunkt ein freundliches, hell erleuchtetes Haus. Darüber den ganzen Tag tiefgrauer Himmel, gerade recht, um es sich gemütlich zu machen. Vor dem Haus, hinter dem Haus, im Garten und auf dem Balkon stehen große, alte Buchsbaumkugeln. Dreimal hat die Frau im Sommer den fiesen Zünsler bekämpft und die geliebten Büsche gerettet. Zum Dank dafür, dass sie noch da sind, wurden alle mit hunderten winziger Lichter geschmückt und leuchten wie lebende grüne Weihnachtsbaumkugeln. „Alexa, mach den Buxus an!“ und zack, die ganze Pracht erstrahlt auf einen Schlag! Toll! Es wird dekoriert, noch nicht zu viel, denn es muss ja noch eine Steigerung für das Weihnachtsfest geben! Die Frau liebt schlichtes Holz: Rentiere stehen unter Tannenbäumen und erzählen Geschichten aus dem Winterwald. Der Mann friemelt mit Geduld und ruhiger Hand eine Lichterkette dazwischen. Erst wenn er fertig ist mit der Installation, darf die Frau schauen! Sie macht eine kleine Pause, trinkt noch einen Tee, schaut ein Weilchen und freut sich darüber, dass es im Inneren wohlig warm wird!

Weihnachtsplätzchen

In der Backstube

In der Küche läuft das Rührgerät auf Hochtouren und bereitet einen Hefeteig für Piroggen vor. In einem Topf blubbert Hirse vor sich hin, denn die kommt als Füllung in die Teigtaschen. Daneben rührt der Mann in einem Gussbräter mit einer ordentlichen Menge Bolognese. Zu Mittag haben sich kleine Besucher angekündigt, die sich mit einer kräftigen Portion davon für den Backnachmittag stärken müssen. Die Frau hat den Esstisch auf volle Länge ausgefahren und mit einer Wachstuchdecke ausgelegt, damit Keksteig, Marmeladen- und Nutellafüllung, Zucker- und Schokoglasur unbedenklich voller Inbrunst zu allerlei Plätzchen verarbeitet werden können. Man sieht die kleinen Gäste, mit Rentier-Backschürzen bewehrt, emsig mit Ausstechförmchen hantieren. Favoriten sind Tannenbaum, Pilz und Stern. Gefolgt von Halbmond, Morgenstern und Bär. Die Frau fragt sich laut, was der Bär mit Weihnachten zu tun hat, und die Antwort kommt prompt: „Na, das ist doch der Polarbär!“ Logisch. Es werden Plätzchen mit lustigen Motiven gestempelt, aus Schokoteig entstehen Brezelchen und ganz spontan Herzen für die Eltern und Großeltern. Wie goldig! Die Wangen glühen und bald sind alle Finger schokoladenbraun, und das eine oder andere Teigkügelchen wurde heimlich vernascht! Der Mann ist Herr über den Backofen. Er lässt trotz Timer den Bräunungsgrad der Plätzchen nicht aus den Augen. Sicher ist sicher! Bevor er die Ofentür öffnet, erklingt laut vernehmbar: „Vorsicht Kinder: heiß!“. Spätestens jetzt richtet sich alle Aufmerksamkeit auf die Bleche mit dem fertigen Gebäck!

Gemalte Wünsche

Nach dem Backen werden gemeinsam die Piroggen gefüllt, zu kleinen Halbmonden gefaltet und die runde Seite konzentriert mit der Gabel festgedrückt, so dass eine Art Plissee-Muster entsteht. Nach einer Weile werden die Kleinen jedoch fahrig, denn die nächste wichtige Aufgabe steht an. Wenn man Weihnachtswünsche ausspricht, gehen sie nicht in Erfüllung, also malt man sie! Deutlich, damit das Christkind den Wunsch erkennt. 

Eine rote Gartenbank steht unter Bäumen, in Kindergröße, damit sie bequem ist. Eine blaue Mütze mit goldenen Sternen wird in Farbe gestrickt. Eine Sanduhr soll Struktur bringen. „Wohinein?“ „Ins Hausaufgabenmachen!“ Ah! Ein Zimmer ist neu möbliert, was noch fehlt, ist eine Lampe zum Lesen. Ach ja, auf dem Nachttisch postiert man noch rasch einen Globus, „mit Beleuchtung“ sagt die Glühbirne daneben! Eine elektrische Zahnbürste entsteht, und damit das Christkind nicht die falsche besorgt, steht die Typ-Bezeichnung darunter – wie praktisch! Nun werden die Wünsche gut sichtbar an den großen Kühlschrank gepostet. Alles klar, Christkind?

Kerzen in bunten Gläschen

Ausklang am Abend

Piroggen mit gebräunter Butter und Apfelmus wandern in die hungrigen Münder der erschöpften kleinen Gäste, dann kehrt langsam Ruhe ein. Die hellen Lichter sind ausgeknipst und die Kerzen und Teelichte angezündet. „Bitte, bitte, bitte lasst uns noch zusammen einen Weihnachtsfilm ansehen! Oh, bitte, morgen ist doch keine Schule!“ „Santa Clause“ soll es sein und bitte stilecht, dazu eine Tasse heiße Schokolade und ein warmes Plätzchen 😉. Dann sind die weltgewandten Kleinen, die den ganzen Tag so erwachsen und klug parliert haben, plötzlich wieder Kinder. Und fragen sich, ebenso wie der putzige „Charlie“ im Film, wie denn das nun in „echt“ geht, dass der beleibte Santa durch „soooo“ ein schmales Kaminrohr passt. Die Frau und der Mann wünschen ihnen, dass sie sich so viel wie möglich „Kindsein“ bewahren können. Denn dann werden sie immer wieder solch bezaubernde Tage mit unvergesslichen Momenten erleben können 💘.

Piroggen mit Apfelmus und Steinpilz

Den Kleinen hat das Apfelmus zu den wundervollen Piroggen mit Hirse-Parmesan-Creme geschmeckt. Ein schönes Gericht für Erwachsene könnte man anreichern mit geschmorten Steinpilzen, glasierten Perlzwiebeln und Salat aus gelbem Löwenzahn. Ein vegetarisches Essen mit Glanz und Klasse!

Die Hirse-Piroggen

  1. Alle Zutaten für den Hefeteig zu einem Teig verrühren. Zugedeckt gehen lassen.
  2. Auf der Arbeitsfläche kräftig kneten.
  3. Teig zu einer Kugel formen und nochmals gehen lassen.
  4. Ausrollen, entspannen lassen und Kreise ausstechen.
  5. Hirse in Gemüsebrühe mit Lorbeerblättern garen. Nachquellen lassen.
  6. Auskühlen und mit allen anderen Zutaten vermengen und mit Chilisalz abschmecken.
  7. Auf den Hefeteigkreisen gleichmäßig große Häufchen der Hirsefüllung verteilen.
  8. Mit Ei einpinseln und zu Halbmonden zusammenlegen. Ränder gut andrücken.
  9. Im Siebeinsatz eines Dampfgarers gar ziehen lassen. Beiseite stellen. Kurz vor dem Servieren in Rosmarinbutter golden anbraten.

Die glasierten Perlzwiebeln

  1. Zwiebelchen in kaltem Wasser einweichen und danach pellen.
  2. In Salzwasser blanchieren und abschrecken.
  3. Zucker karamellisieren. Beiseite ziehen.
  4. Butter hinzufügen. Mit Weißwein ablöschen.
  5. Sojasauce unterrühren, mit Speisestärke binden und kurz aufkochen lassen.
  6. Zwiebeln hineingeben und auf kleiner Flamme ziehen lassen.

Die Hirse-Piroggen

Für den Hefeteig alle Zutaten mit den Knethaken des Rührgerätes zu einem geschmeidigen Teig verrühren. Mindestens eine Stunde zugedeckt an einem warmen Ort gehen lassen. Der Teig soll sich verdoppeln und blasig werden. Auf der Arbeitsfläche mit etwas weiterem Mehl kräftig kneten. Dabei ruhig schonungslos vorgehen, um möglichst viel Luft einzuarbeiten. Den Teig zu einer Kugel formen und nochmals 30 Minuten gehen lassen. Ca. 5 mm dick ausrollen, kurz entspannen lassen und Kreise von 8 cm Durchmesser ausstechen. Die Reste nochmals verkneten und ausrollen. Es ergeben sich ungefähr 25 Kreise.

Die Hirse in der Gemüsebrühe mit den Lorbeerblättern garen. In der Brühe kurz aufwallen, dann auf kleiner Flamme ca. 30 Minuten nachquellen lassen. Immer einmal wieder probieren. Die Körnchen sollten unbedingt über al dente gegart sein, damit später eine geschmeidige Masse entsteht und man nicht auf Körnchen beißt. Auskühlen lassen. Mit allen anderen Zutaten vermengen und kräftig mit Chilisalz abschmecken.

Auf den Hefeteigkreisen gleichmäßig große Häufchen der Hirsefüllung verteilen. Dabei ca. 1 cm vom Rand her frei lassen. Mit dem Ei (nicht zu üppig) einpinseln und zu Halbmonden zusammenlegen. Die Ränder gut andrücken. Mit Hilfe einer Gabel Rillen eindrücken. Im Siebeinsatz eines Dampfgarers gar ziehen lassen. Beiseite stellen. Kurz vor dem Servieren in aufgeschäumter Rosmarinbutter golden anbraten.

Tipp: Die Piroggen nicht direkt in Salzwasser garen, denn das ist dem Hefeteig abträglich und sie werden matschig. Wer keinen Dampfgarer hat, kauft sich für relativ kleines Geld einen gefächerten Dampfeinsatz aus Edelstahl oder im Asialaden ein Bambus-Dämpfkörbchen. Diese Teile sind äußerst nützlich und für Vieles zu verwenden!

Die glasierten Perlzwiebeln

Die Zwiebelchen eine Stunde in kaltem Wasser einweichen, dann lassen sie sich besser pellen. 3 bis 4 Minuten in Salzwasser blanchieren und abschrecken. Nun kann man sie je nach Größe im Ganzen lassen oder halbieren. Den Zucker karamellisieren. Er darf ruhig recht dunkel, jedoch nicht bitter sein. Beiseite ziehen. Die Butter hinzufügen. Mit Weißwein ablöschen und warten, bis alles wieder flüssig ist. Die Sojasauce unterrühren, mit der Speisestärke binden und kurz aufkochen lassen. Die Zwiebeln hineingeben und auf kleiner Flamme ca. 20 Minuten ziehen lassen.

Zum Servieren habe ich gelben Löwenzahn mit einer simplen Marinade aus Apfelessig, Condimento Bianco, Salz, Pfeffer und Zucker dazu gegeben. Und außerdem einige Steinpilze, ganz kurz in Butter gebräunt.

(Für 2 bis 3 Portionen)

Die Hirse-Piroggen

Menge Zutat

 

Der Hefeteig

250 g

Dinkelmehl (und etwas zum Bearbeiten)

60 ml

lauwarme Milch

15 g

frische Hefe (ersatzweise ½ Päckchen Trockenhefe)

75 g

Butter (zimmerwarm)

2

Eier

 

Salz, Prise Zucker

 

Die Hirsefüllung

100 g

Hirse

400 ml

Gemüsebrühe

2

frische Lorbeerblätter

50 g

Parmesan (gerieben)

20 g

Bergkäse (gerieben)

2 EL

Quark (20 %)

1

Bio-Zitrone (etwas Abrieb von der Schale)

1 Zehe

Knoblauch (gepresst)

1 Zweig

frischer Rosmarin (abgezupft, gehackt)

1

Ei (verkleppert)

 

Chilisalz

Außerdem zum Anrichten: 2 EL Butter, weitere Rosmarinnadeln

Die glasierten Perlzwiebeln

Menge Zutat

2 Hand voll

Perlzwiebeln (ersatzweise Schalotten)

3 EL

Zucker

25 g

Butter

50 ml

trockener Weißwein

2 EL

Sojasauce

½ TL

Speisestärke (aufgelöst)

 

Salz

 

Diese Seite wurde zuletzt am 08.12.2018 um 23:16 Uhr aktualisiert.

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