Frühlingsröllchen

Frühlingsröllchen

14. März 2020

Wer Bäume liebt, der ist im Saarland mit seinen ausgedehnten Wäldern am richtigen Ort. In direkter Nachbarschaft haben wir darüber hinaus Waldglück pur, den „Pfälzerwald“, eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Deutschlands. Auf über zehntausend Kilometern Wegen kann man ihn sich erwandern. Einige davon beschritten wir am Wochenende bei frühlingshaften Temperaturen. Ich lauschte den Vögeln, umarmte Bäume, streichelte Moos und war überglücklich!

Es war fantastisch, durch den noch winterlichen und doch schon von Frühlingsversprechen durchfluteten Wald zu wandern. Sich nach teilweise recht unfreundlichen Wochenenden im Januar, einmal wieder so richtig an der frischen Luft auszutoben. Der Pfälzerwald fasziniert durch seine Historie, seine gewaltige Dimension, und durch seine Fülle und Mannigfaltigkeit. In dem umgerechnet 250.000 Fußballfelder großen Mittelgebirge erlebt man die unterschiedlichsten Waldformationen und viele bizarre Buntsandstein-Gebilde, die vor 250 Millionen Jahre abgelagert wurden. Gerade im süd-östlichen Teil des Pfälzerwaldes kommen sie als solitäre, monumentale Türme vor. Wie mit dünnen Gesteinsplatten geschichtet, gebaut inmitten von Bäumen und oft weit über deren Gipfel hinausragend. Wenn ich vor einem dieser Kolosse stehe, fühle ich mich ameisengroß. Sie schienen mir unbezwingbar, wenn ich nicht schon viele Male den Kletterern zugesehen hätte, die bei gutem Wetter ihre Fähigkeiten für hochalpine Herausforderungen trainieren. Wer sich für dieses spektakuläre Treiben interessiert, der sollte zwecks detailgetreuer Beobachtung stets ein Fernglas im Gepäck haben!

Fünf-Burgen-Blick (Pfälzer Wald)
Fünf-Burgen-Blick (Pfälzer Wald)

Der Pfälzer Buntsandstein-Baukasten

Sängerfelsen (Dahn)Neben diesen hohen „Felsentürmen“ finden sich die klobigeren, gedrungenen „Felsenklötze“, häufig nebeneinander stehend, oft kombiniert mit lang gestreckten Felswänden. Der Weg führt auch schon einmal durch eine der verschiedenen Öffnungen dazwischen, gerade so breit, dass ein Mensch sich durchzwängen kann. Für Beleibte nicht geeignet, es sollen schon einige darin festgesteckt haben! 😏Die Felsformationen stehen da, als hätte sich einer ganz genau überlegt, wie es sein soll! 😉 „Torfelsen“, „Tischfelsen“ oder auch „Pilzfelsen“ wirken so erhaben wie verwunderlich. Vor allem im Felsenland bei Dahn und Annweiler führen Wanderungen über zusammenhängende Formationen und bescheren eine fantastische Weitsicht. Wenn wir dort oben auf einem Bänkchen Platz nehmen – gut gesichert durch Eisengeländer – und ein paar Köstlichkeiten aus dem Rucksack verspeisen, kommen wir uns vor wie Könige. Ich möchte es als Reichtum beschreiben, was ich auf unseren Touren erlebe. Hunderte Male wanderten wir schon in diesem großartigen, monumentalen Wald. Kondition und Trittsicherheit braucht es schon, denn es geht immer wieder hoch und runter, oft über durchwurzelte und felsige Wegelchen, aber auch auf romantischen schmalen Pfaden, die sich an den Hängen entlang schlängeln.

In der Stille der Natur

Zwischen all den Erhebungen liegen feuchte, saftige Täler. Beinahe immer plätschert ein Bächlein, und wenn man Glück hat, führt ein Stück des Weges daran vorbei. In den breiteren Tälern liegen häufig kleine Seen oder Weiher, die „Wooge“ heißen. Dazu gehören auch Feuchtbiotope und Moorlandschaften. Rinder und Bisons stehen und grasen. Und allgegenwärtig sind Fischzuchten mit großen, weitläufigen Wasserbecken. Diese Landschaften, eingerahmt und geschützt von den laubbegrünten Bergen sind stille Schönheiten und strahlen tiefen Frieden aus. Wer es etwas abenteuerlicher mag, der findet auch wasserreiche Schluchten oder Klammen, einige davon so düster, dass nur noch einzelne spärliche Farne und Flechten wachsen. Besonders feuchte Stellen überwindet der Wanderer über rustikale Stege und kleine Brücken.

Frühlingsröllchen

Gut gestärkt wandern

„Der Sinn des Wanderns, ist es unterwegs zu sein.“, soll einst Theodor Heuss gesagt haben. Das ist für mich jedoch längst nicht alles. Das Sinnliche kommt hinzu, den „Spirit“ der Natur zu fühlen und sich dafür zu öffnen. Zur Ruhe zu kommen. Nach so viel körperlichem und geistigem Einsatz muss der Wandervogel sich kräftigen und kehrt in eine Wanderhütte ein. Nirgendwo anders gibt es eine solche Vielzahl davon wie im Pfälzerwald. Man hat quasi die Qual der Wahl. Das Essen ist überall deftig und gut. Es gibt „Weißer Kees“, das ist vollfetter Quark, der durch die Zugabe von reichlich Sahne noch geschmeidiger wird, damit die Zwiebelwürfelchen, die hineingehören, besser rutschen. „Fläschknepp“ und „Lewwerknepp“, Fleisch- und Leberklöße sowie Bratwürste und Saumagen werden auf reichlich Sauerkraut gebettet. Der gute Esser wagt sich an die „Pälzer Kombi“. Diese offeriert „von Allem ebbes“: eine oder zwei Leberknödel, eine Bratwurst, eine Scheibe Saumagen, reichlich Sauerkraut und einige Scheiben Landbrot, um die üppig auf dem Teller ausgebrachte braune Sauce aufzutunken. Und wer sich einen „Schoppen“ Pfalzwein ordert, der sollte wissen, dass dieses althergebrachte Hohlmaß, anders, als in anderen Gegenden, bis heute einen halben Liter meint. Der „Klare“ zum Abschluss der zünftigen Jause ist eine medizinische Notwendigkeit. Die Kombi, der Schoppen und der Schnaps erklären, warum viele Wanderer ihre Touren so planen, dass die Einkehr gegen Ende der Tour vollzogen wird. Außerdem sollte der Heimweg nicht zu abschüssig ist und gut begehbar bein! Manch einer soll die Wanderstöcke schon als Steckenpferd benutzt haben und im gestreckten Galopp gen Tal geritten sein!

Frühlingsröllchen

Frühlingsröllchen als Boten

Wir allerdings bewegten uns gesittet in Richtung Heimat, denn dem Alkohol hatten wir entsagt und uns stattdessen an der wundervollen Natur, dem herrlichen Wetter und dem Wandern an sich berauscht. Immer einen Fuß vor den anderen, gleichmäßig, im eigenen Tempo: Der Weg ist das Ziel! So richtig Frühlingsgefühle konnten wir an diesem Wochenende tanken. Ich staune stets darüber, wie ungemein beflügelnd das ist! So angefixt, wollte ich noch mehr Frühling und ließ das wunderschöne Wochenende entsprechend angemessen ausklingen. Frühlingsröllchen gelten als glückbringende Vorboten und in China beginnt man stets das neue Jahr mit ihnen. Ich sehe sie an diesem Wochenende als Frühlingsbote, denn wir haben den Vorfrühling in seiner ganzen Schönheit erleben dürfen und tragen die Vorahnung im Herzen, auf das, was da noch kommt! Mit den knusprigen kleinen Kraftpaketen bedanke ich mich dafür und freue mich auf den Tag, an dem der echte Frühling Einzug hält!

Die Frühlingsröllchen

  1. Pilze einweichen.
  2. Knoblauch und Schalotten fein hacken. Korianderstiele in feine Röllchen schneiden.
  3. Kartoffeln garen und fein zerstampfen. Mit Korianderblättchen und Ei vermengen.
  4. Schalotten und Knoblauch anschwitzen. Pilze und Gemüse hinzufügen.
  5. Abgekühlten Kartoffelstampf und Gemüse vermischen. Würzen.
  6. Reispapierblättchen füllen und aufrollen. Knusprig ausbacken. Mit Sesam bestreuen.

Der Möhren-Spinat-Salat

  1. Spinat und Salatblättchen verlesen.
  2. Möhren mit Sparschäler in dünne Bänder schneiden.
  3. Champignons in Scheiben schneiden.
  4. Marinade anrühren.
  5. Salat kurz vor dem Servieren darin wenden.

Der Erdnuss-Dip

  1. Erdnuss-Crème mit Saucen und Mirin glatt rühren.
  2. Chilischote in feine Streifen schneiden.
  3. Dip mit Chilistreifen und Sesamsaat bestreuen.
Die Frühlingsröllchen werden in Butterschmalz ausgebacken und sind daher knusprig und buttrig zugleich. Die Füllung ist außer­gewöhn­lich, denn die knacki­gen Gemüse werden von geschmei­digem Wasabi-Kartoffelpüree zu­sam­men­ge­halten. Krosse, cre­mi­ge und kna­ckige Ele­mente wirken im Zusammenspiel harmonisch. Der süß-scharfe Erd­nuss­dip, bringt den Kick.

Die Frühlingsröllchen

Die Pilze 30 Minuten in lauwarmem Wasser einweichen. Knoblauch und Schalotten fein schneiden. Die Stiele vom Koriander in Röllchen schneiden. Die Blättchen aufheben. Die Pilze gut ausdrücken, fein hacken. Paprika, Möhre, Staudensellerie und Frühlingslauch fein schneiden. Chilischote entkernen, fein schneiden.

Kartoffeln grob würfeln und im gesalzenen Pilzwasser weich garen. Das Pilzwasser zur weiteren Verwendung aufheben. Die Kartoffelwürfel auf der ausgeschalteten Herdplatte ausdampfen lassen. Mit einigen Löffeln vom Pilzwasser und Wasabi (nach Geschmack) zu Püree zerstampfen. Abkühlen lassen.

Schalotten und Knoblauch im Rapsöl glasig anschwitzen. Pilze hinzufügen und weiter braten, bis alles Wasser verdampft ist. Die klein geschnittenen Gemüse, Koriander und Chili dazugeben und ganz kurz braten, dabei salzen und pfeffern. Die Gemüse sollen nicht im eigentlichen Sinne gegart werden, sondern nur nicht mehr ganz roh sein. Abkühlen lassen.

Gemüse mit Kartoffelpüree, gehackten Koriander-Blättchen und dem Ei gut vermengen. Mit Sojasauce, Fischsauce, geröstetem Sesamöl und Limettenabrieb würzen. Nochmals abschmecken.

Die Reispapierblättchen nacheinander für wenige Minuten in Wasser einweichen, bis sie geschmeidig sind. Auf ein gut angefeuchtetes Geschirrhandtuch legen. Auf das untere Ende einen Löffel Füllung geben. An die richtige Menge muss man sich herantasten, die Röllchen sollen einen Durchmesser von ungefähr 2 cm haben. Das untere Ende des Blattes einmal um die Füllung legen, Füllung durch leichten Druck gleichmäßig verteilen. Die beiden Seiten über der Füllung einschlagen. Oberes Drittel der Reispapierblätter mit der Stärke bestreichen, so werden sie zusammen geklebt. Nun etwas fester aufrollen, damit möglichst viel Luft entweicht. Jedoch darauf achten, dass das zarte Papier nicht reißt. Butterschmalz auf zwei beschichtete Pfannen verteilen. Die Röllchen im nicht zu stark erhitzten Fett rundherum knusprig braun anbraten. Vor dem Servieren mit Sesamsaat bestreuen.

Der Möhren-Spinat-Salat

Salatblättchen verlesen, waschen, trocken schleudern. Möhren mit einem Sparschäler in dünne Bänder schneiden. Champignons in sehr feine Scheiben schneiden. Blättchen vom Koriander abzupfen. Aus Öl, Soja- und Teriyaki-Sauce, Mirin, Sesamöl, Limettensaft und Pfeffer ein Dressing rühren. Den Salat kurz vor dem Servieren unterheben. Etwas von dem Salat als Bett auf die Teller drapieren. Röllchen dazwischen setzen. Restlichen Salat in kleinen Schüsselchen separat dazu servieren.

Der Erdnuss-Dip

Die Erdnuss-Crème mit Saucen und Mirin glatt rühren. Je nachdem, wie flüssig man den Dip haben möchte, noch etwas mehr Mirin verwenden. Chilischote in sehr feine Streifen schneiden. Dip in kleine Schüsselchen füllen und mit Chili und Sesam bestreuen.

Tipp: Das Thema „Erdnuss“ kann man sehr schön komplettieren, wenn man noch einige gesalzene Erdnusskerne über den Salat streut.

Die Frühlingsröllchen

(Für 16 Röllchen)

Menge Zutat

16 Blatt

Reispapier (Durchmesser 22 cm)

2 mittelgroße

Kartoffeln

2 TL

Wasabi-Paste

1 mittelgroße

Möhre

1 kleine

rote Paprikaschote

1 kleine

gelbe Paprikaschote

1 Stange

Staudensellerie

½ Bund

Frühlingslauch

½ Tasse

TK-Erbsen (blanchiert)

1 Hand voll

getrocknete Pilze (asiatisch oder Steinpilz)

½

rote Chilischote

2

Schalotten

1

Knoblauchzehe

½ Bund

Koriander (wenn möglich mit Würzelchen)

2 EL

Rapsöl

1

Ei

1

Bio-Limette

Einige Spritzer

Sojasauce

Einige Spritzer

Fischsauce (wahlweise vegetarische Fischsauce)

Einige Spritzer

Geröstetes Sesamöl

 

Salz, Pfeffer

1 TL

Speisestärke (in etwas Wasser aufgelöst)

2 EL

Butterschmalz (ersatzweise Rapsöl)

2 EL

gerösteter Sesam

Der Möhren-Spinat-Salat

Menge Zutat

2 Hand voll

Baby-Spinat

1 Hand voll

Blutampfer (ersatzweise Portulak)

2 mittelgroße

Möhren

4 mittelgroße

Steinchampignons

1 einige Stiele

Koriander

2 EL

Rapsöl

1 EL

Sojasauce

1 EL

Teriyaki-Sauce

1 EL

Mirin (ersatzweise milder Weißwein-Essig)

Einige Spritzer

geröstetes Sesamöl

1 bis 2 EL

Limettensaft

 

Pfeffer

Der Erdnuss-Dip

Menge Zutat

2 EL

Erdnuss-Crème

2 EL

Hoisin-Sauce

2 EL

Ponzu-Sauce

1 EL

Sojasauce

2 EL

Mirin

½

rote Chilischote

Einige

geröstete Sesamkörnchen

Diese Seite wurde zuletzt am 14.03.2020 um 13:52 Uhr aktualisiert.

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