Currywurst mit belgischen Fritten

Currywurst mit belgischen Fritten

Currywurst mit belgischen Fritten

10. Januar 2016

Currywurst kann etwas unfassbar Leckeres sein. Oder aber das Gegenteil. Was leider sehr oft der Fall ist. Jedermann weiß: Ein Gericht kann nur dann gut werden, wenn gute Grundzutaten verwendet werden. Oder mit anderen Worten ausgedrückt, kann man nichts herausholen, was man vorher nicht hineingegeben hat. Ich esse eine gute Currywurst mit Wonne. Hierfür braucht es zunächst einmal eine wirklich gute Wurst. Konsistenz, Würzung und Bratergebnis müssen tadellos sein. Häufig findet man jedoch an den Imbissbuden Würstchen, die zu fettig und somit zu pappig sind. Oder die Würzung ist nicht rund. Nicht zuletzt sind sie oft zu lasch gebraten und haben dann eine labberige Haut. Über die Saucen, von denen ich nicht wissen will, wie viele Stunden die so vor sich hin brodeln, wollen wir gar nicht sprechen. Bei mir kommt Frust auf, wenn Lebensmittel nicht die ihnen gebührende Zuwendung erhalten. Wenn man sie gleichgültig zubereitet und sie folglich auch nur mit Gleichgültigkeit verzehrt werden können.

Ich habe natürlich auch die Berliner, Hamburger und Dortmunder Currywurst schon probiert. Allein aus Neugierde. Und einige haben in der Tat köstlich geschmeckt. Man muss auch erwähnen, dass zwischen dem „Schnellimbiss“ von früher und heutigen Imbissanbietern teilweise riesige Lücken bezüglich Kreativität und Qualität liegen. Wo es früher darum ging, schnell und günstig satt zu werden, geht es heutzutage oftmals um den Genuss von speziellen und hochwertigen Snacks. Man denke nur an die sich rasch ausbreitende Kultur der „Food-Trucks“. Sie bringen Feinstes unter die Menschen und spezialisieren sich auf regionale Köstlichkeiten, die weit über das Würstchen hinausreichen.

Nun haben wir seit Jahren den Tick, dass wir ab und zu an einem ruhigen Sonntag unsere private „Frittenbude“ betreiben. Nur für uns oder Freunde. Klein aber fein. Es gibt Currywurst aus unterschiedlichen Würsten von bester Herkunft. Es gibt köstliche „Buletten“ in Miniform auf Spießchen. Außerdem feine selbstgemachte Saucen, wie eine Tomatensauce mit Physalis, eine original Ruhrpott-Sauce auf Basis von Paprikaschoten, oder eine eigenwillige aber köstliche Barbecue-Sauce mit Cola und Ginger Ale, die ich im Internet gefunden hatte. Hinzu kommen belgische Fritten: handgeschnitzte Kartoffeln einer festkochenden Sorte (vorzugsweise „Bintje“), die zweimal frittiert werden. In ihrer Begleitung ist cremig aufgemixte Mayonnaise mit etwas Limette und Chilisalz. Frisch gebackene Brötchen aus unserem eigenen Sauerteig, ein Cole-Slaw sowie Mixed-Pickles gehören ebenfalls auf den Tisch. Einige Rezepte schreibe ich gleich noch auf.

Morgens wird vorbereitet und dann können die Köstlichkeiten in Etappen den Nachmittag und Abend über genossen werden. Dazwischen ein paar schöne Filme oder ein Spaziergang und weiter geht es. Herrliche Sonntage sind das für uns. Das Ausdauertraining in der folgenden Woche muss jedoch etwas umfangreicher als üblich ausfallen. Denn, wie wir alle wissen: Wer mehr Kalorien zu sich nimmt, als er verbrennt, der geht unweigerlich in die Breite. Man soll genießen aber auch wissen, wann es genug ist!

Die Paprikasauce

  1. Zwiebel fein, Paprikaschoten grob würfeln.
  2. In Olivenöl anschwitzen. Zucker und Tomatenmark hinzufügen und karamellisieren lassen.
  3. Mit dem Wermut und Weißwein ablöschen und einkochen lassen.
  4. Paprika im zugedeckten Topf weich werden lassen. Mit etwas Geflügelbrühe in einen Mixbecher geben und pürieren.
  5. Mit Essig, Worcestersauce, Tabasco, Curry, Zimt, Salz und Pfeffer und etwas Abrieb von der Orange abschmecken.

Die Tomatensauce mit Physalis

  1. Zwiebel und Knoblauch fein würfeln.
  2. In Olivenöl anschwitzen. Tomatenmark und Zucker hinzugeben und karamellisieren lassen.
  3. Mit demWein und demApfelsaft ablöschen.
  4. Lorbeerblätter, Sternanis, Wacholderbeeren und Tomaten dazugeben und köcheln lassen. Gegen Ende der Garzeit  Wacholderbeeren und Lorbeerblätter sowie Ingwer und Sternanis herausfischen.
  5. Sauce nach Wunsch nun leicht pürieren
  6. Mit Chili, Saft und Abrieb von der Zitrone sowie Salz und Pfeffer würzen. Obst hinzugeben und ziehen lassen.

Die Barbecue-Sauce

  1. Cola und Ginger Ale einkochen lassen bis eine nahezu sirupartige Konsistenz entstanden ist.
  2. Passierte Tomaten und Ketchup hinzugeben.
  3. Sauce würzen und leicht köcheln lassen.

Die Hackbällchen

  1. Hackfleisch mit Bratwurst und Brot in eine flache Schüssel geben.
  2. Dörrfleisch knusprig anbraten.
  3. Gewürfelte Schalotten und Knoblauch hinzugeben und glasig werden lassen.
  4. Masse zu den übrigen Zutaten geben. Mit Petersilie, Zitronenabrieb, Ingwer, Ketchup, Senf und den restlichen Gewürzen abschmecken.
  5. In Olivenöl ganbraten. Gegen Ende der Garzeit Sojasauce und die Teriyakisauce dazugeben und einköcheln lassen.

Die belgischen Fritten

  1. Kartoffeln in gleichmäßige Schnitze schneiden. Für ca. 30 Minuten in kaltem Wasser einweichen. Wasser mehrfach wechseln.
  2. Fritten auf Küchenkrepp gut abtrocknen.
  3. Fritten für ca. 5 Minuten im ersten Durchgang in heißes Fett hineingeben. Abtropfen lassen.
  4. Im zweiten Durchgang Fritten schön bräunen. Auf Küchenkrepp entfetten und erst beim Servieren salzen.

Die Paprikasauce

Die Zwiebel fein, die Paprikaschoten grob würfeln. In dem Olivenöl anschwitzen. Zucker und Tomatenmark hinzufügen und karamellisieren lassen. Mit dem Wermut und dem Weißwein ablöschen und einkochen lassen. Die Paprika im zugedeckten Topf weich werden lassen. Mit etwas Geflügelbrühe in einen Mixbecher geben und pürieren. Mit dem Essig, der Worcestersauce, Tabasco, Curry, Zimt, Salz und Pfeffer und etwas Abrieb von der Orange abschmecken. Wenn die Konsistenz zu dicklich ist, noch etwas Brühe nachgießen.

Die Tomatensauce mit Physalis

Die Zwiebel und den Knoblauch fein würfeln. In dem Olivenöl anschwitzen. Tomatenmark und Zucker hinzugeben und karamellisieren lassen. Mit dem Wein und dem Apfelsaft ablöschen. Lorbeerblätter, Sternanis, Wacholderbeeren und Tomaten dazugeben und köcheln lassen. Gegen Ende der Garzeit die Wacholderbeeren und die Lorbeerblätter sowie den Ingwer und den Sternanis herausfischen. Man kann die Sauce nun leicht pürieren, muss man jedoch nicht. Das hängt vom persönlichen Geschmack ab. Mit Chili, etwas Saft und Abrieb von der Zitrone sowie Salz und Pfeffer würzen. Das Obst hinzugeben und nur noch ziehen lassen.

Die Barbecue-Sauce

Cola und Ginger Ale einkochen lassen bis eine nahezu sirupartige Konsistenz entstanden ist. Die passierten Tomaten und den Ketchup hinzugeben. Die Sauce würzen und leicht köcheln lassen. Wenn sie zu dicklich wird, etwas Flüssigkeit nachgeben. Cola und Ginger-Ale geben eine recht interessante Note. Zugegebenermaßen musste ich mich zunächst an den eigenwilligen Geschmack gewöhnen. Die Sauce ist jedoch wirklich interessant.

Die Hackbällchen

Das Hackfleisch mit der Bratwurst und dem gut ausgedrückten Brot in eine flache Schüssel geben. Das Dörrfleisch knusprig anbraten. Die gewürfelten Schalotten und den Knoblauch hinzugeben und glasig werden lassen. Die leicht abgekühlte Masse zu den übrigen Zutaten geben. Mit feingehackter Petersilie, etwas Zitronenabrieb, dem geriebenen Ingwer, Ketchup, Senf und den restlichen Gewürzen abschmecken. Es lohnt sich immer, ein Probeklößchen zu machen, weil man dann den Geschmack besser tunen kann. Nun gleichmäßige runde Bällchen formen. In dem Olivenöl ganz langsam rundherum anbraten. Gegen Ende der Garzeit die Sojasauce und die Teriyakisauce dazugeben und diese einköcheln lassen. Die Bällchen erhalten so einen extra Geschmackskick und sehen schön glänzend aus. Abkühlen lassen und jeweils 3 Bällchen auf kleine Spieße stecken.

Die belgischen Fritten

Die Kartoffeln in schöne gleichmäßige Schnitze schneiden. Die Reste aufbewahren und für Gemüsesuppe verwenden. Nun für ca. 30 Minuten in kaltem Wasser einweichen, damit sie möglichst viel Stärke verlieren. Das Wasser mehrfach wechseln. Die Fritten auf Küchenkrepp gut abtrocknen. Zum Frittieren nehme ich einen Anteil Butterschmalz, denn das gibt einen herrlichen Geschmack. Im Originalrezept kommt Rindertalg zum Einsatz. Das ist mir jedoch dann doch zu aufwändig. Das Frittierfett auf 160 bis 170 °C erhitzen. Die Fritten für ca. 5 Minuten im ersten Durchgang hineingeben. Dann abtropfen lassen. Sie können auch gut vorbereitet werden. Im zweiten Durchgang sollte das Fett 180 °C haben. Die Fritten sollen nun schön bräunen. Auf Küchenkrepp entfetten und erst beim Servieren salzen. Man kann die Temperatur des Frittierfettes zwar einigermaßen genau mit dem Holzlöffel-Trick bestimmen. Ich benutze jedoch grundsätzlich ein Bratenthermometer. Die Anschaffung eines solchen empfehle ich dringend, denn der kleine Helfer kostet nicht viel und tut an vielen anderen Stellen gute Dienste.

(Für 4 Personen)

Die Paprikasauce

Menge Zutat
1 große Gemüsezwiebel
2 Zehen Knoblauch
2 rote Paprika
1 orangene Paprika
1 EL Olivenöl
1 EL Zucker
1 EL Tomatenmark
4 cl Noilly Prat
1 guter Schuss trockener Weißwein
½ Tasse Geflügelbrühe
1 EL Fruchtiger Weinessig
Einige Spritzer Worcestersauce
Einige Spritzer Tabasco
2 TL milder Curry
1 Prise Zimt
1 Bio-Orange
  Salz
  Pfeffer

Die Tomatensauce mit Physalis

Menge Zutat
1 mittelgroße Zwiebel
1 Dose Stückige Tomaten
2 Zehen Knoblauch
½ Chilischote
1 bis 2 Zacken Sternanis

2

frische Lorbeerblätter
6 Wacholderbeeren
1 EL Tomatenmark
1 EL Zucker
1 guter Schuss trockener Weißwein
1 guter Schuss Apfelsaft
2 Scheiben Ingwer
1 Bio Zitrone
1 Hand voll Physalis (oder 1 Kaki, oder Ananas)
  Salz
  Pfeffer

Die Barbecuesauce

Menge Zutat
250 g Passierte Tomaten
200 ml Cola (nicht kalorienreduziert)
200 ml Ginger Ale
100 g Ketchup
Einige Spritzer Tabasco
Einige Spritzer Worcestersauce
2 - 3 EL Mildes Currypulver
  Salz
  Pfeffer

Die Hackbällchen

Menge Zutat
300 g Rinderhackfleisch
1 Feine rohe Bratwurst
2 EL Krosse Dörrfleischwürfelchen
4 Scheiben Eingeweichtes Toastbrot
1 Ei
2 Schalotten
1 Knoblauchzehe
4 Stängel Glatte Petersilie
1 Bio-Zitrone
1 TL Geriebener Ingwer
1 Prise Kreuzkümmel
1 Prise Bockshornklee
1 EL Ketchup
1 EL Dijon-Senf
2 EL Olivenöl
  Salz
  Pfeffer
2 EL Sojasauce
2 EL Teriyakisauce

Die belgischen Fritten

Menge Zutat
500 g festkochende Kartoffeln
1 l Frittieröl
1 Packung Butterschmalz
  Salz

Diese Seite wurde zuletzt am 31.12.2017 um 14:58 Uhr aktualisiert.

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