Asia-Nudelsalat aus dem Wok

Asia-Nudelsalat aus dem Wok

Asia-Nudelsalat aus dem Wok

14. Juli 2016

Ich stöbere liebend gerne in den Mediatheken nach Kochsendungen und freue mich jedes Mal, wenn ich etwas Neues auftue. Entweder ein interessantes neues TV-Format, denn ich arbeite in der Fernseh-Produktionsbranche und interessiere mich schon von daher für die kreative und innovative Umsetzung von Themen (nicht nur zum Thema Kochen smile). Hinzu kommt, dass ich im wahrsten Sinne des Wortes eine „Kochwahnsinnige“ bin. Ob es TV-Formate, Kochzeitschriften, Kochbücher oder gute Blogs sind, ich komme einfach nicht daran vorbei.

Langer Rede, „gar kein Sinn“: Ich stieß vor einiger Zeit im Bayerischen Fernsehen auf das Format „Einfach. Gut. Bachmeier“, benannt nach dem Münchner Restaurantbesitzer und Fernsehkoch Hans Jörg Bachmeier. Ein Original, dem man bei seinem sprühenden, kraftvollen Hantieren hinterm Herd alleine schon aus Unterhaltungsgründen gerne zusieht. Und was der Sendungstitel verspricht, wird inhaltlich eingehalten, nach dem Motto „Was draufsteht muss auch drin sein“. Die Gerichte, die er zaubert, sind bodenständig, lassen sich gut nachkochen und haben dennoch Raffinesse und sind kulinarisch reizvoll. Wessen Interesse ich nun hiermit geweckt haben möge, der schaut halt mal rein. (Ich spreche in diesem Falle von der Sendung am 8. Mai 2016.)

Nun bin ich also auf diese Weise einem Asia-Nudelsalat aus dem Wok begegnet. Ich koche häufig und gerne im Wok und habe viele Rezepte zu asiatischem Nudelsalat entwickelt und zubereitet. Eher selten koche ich Gerichte nach. Und wenn, verändere ich sie auf meine Weise. Aber dieses Rezept hat mich aus mehreren Gründen dazu verführt, exakt von mir nachgekocht zu werden. Als erstes gefiel mir das Schnittbild der Gemüse sehr. Denn die Gemüse, z. B. Zucchini und Möhren wurden als eine Art Julienne geschnitten. Farblich attraktiv sowieso und nun noch sehr elegant im Auftritt. Die Zuckererbsen, die in meinem Falle glücklicherweise schon etwas weiter wahren und kleine niedliche Erbsen vorzuweisen hatten, wurden ebenfalls länglich in schräger Form geschnitten. Die Farbvielfalt, die mich hat jubeln lassen, wurde mit einer Zutat ergänzt, die ich im Wok noch nie verwendet hatte. Nämlich mit Rotkohl. Auf Bayerisch: Blaukraut. Das ergab schon einen Wow-Effekt durch die tolle lila Farbe. Aber würde das Kraut denn nicht alles andere mit verfärben? Nein, das tat es nicht! Als weitere köstliche Zutat wurde Pak Choi mit verwendet, den ich sowieso liebe und den man beim Anrichten schön als Dekoration hernehmen kann. Eine weitere, für mich ultimative Zutat: Koriander mit Würzelchen. Oh Mann!

Ich wollte das Rezept, wie oben erwähnt, exakt nachkochen. Wollte! Habe mich jedoch in zwei Punkten für eine Variation entschieden (ganz sein lassen kann ich es einfach nicht!). Ich habe statt der aus Buchweizen hergestellten Sobanudeln handgemachte italienische aus Hartweizen und Ei verwendet. Zu denen muss ich später noch einige Sätze loswerden. Denn sie entpuppten sich als regelrechte Hammer-Pasta! Dann habe ich noch einige Julienne von einer Biogurke hergerichtet. Diese kamen nicht in den Wok zum Garen, sondern wurden am Ende mit untergemengt. Dadurch blieben sie „roh-knackig“ und verliehen dem ohnehin schon fantastischen Gericht zusammen mit Abrieb von der Limette noch etwas mehr Frische. Geröstete Nüsse (Variation drei: bei mir Erdnüsse smile) sorgten für Geschmack und Cruncheffekt. Und der von mir heiß geliebte Koriander schenkte die aus Asia-Salat für mich nicht wegzudenkende Spritzigkeit.

Ich habe in einem paradiesischen Feinkostladen in unserer Nähe Nudeln entdeckt. Aber eben nicht einfach nur Nudeln. Pasta. Italienische, handgemachte Pasta! Weil der Text auf deren Seite sich so schön liest, gebe ich ihn hier in Auszügen wider:

Pasta, die glücklich macht. Wir sind weit gereist um die beste Pasta Italiens zu finden. In einem kleinen Dorf in den Marken, eingebettet zwischen Meer und sanften Hügeln, haben wir die Pasta gefunden. Mittlerweile gibt es zwar viele industrielle, aber nur noch wenige gute handwerkliche Pastahersteller. Aber wir wollten für Sie einen Handwerksbetrieb finden, der hochwertige Pasta mit perfektem Geschmack herstellt. Der Herkunftsort unserer Pasta liegt in den Marken, in der Nähe der Adria, eingebettet zwischen dem Meer, das zur schonenden Trocknung beiträgt und sanften Hügeln, von denen das gute Getreide und die frischen Eier stammen. Unsere Pastakünstler haben die Kunst des Pastamachens von ihren Großmüttern gelernt und viele Tage und Nächte ausprobiert, verworfen, verbessert und verfeinert um die perfekte „sfoglia“, die Teigplatte zu bekommen. … Die Kostprobe enthüllt die poröse aufnahmefähige Konsistenz, die ihresgleichen sucht. Sie werden begeistert sein!

Und ich war begeistert und werde die Nudeln dieser Manufaktur, auch wenn sie ihren Preis haben, immer wieder kaufen. Mir selbst dermaßen solides Spezialistentum anzueignen, wie es diese Menschen offensichtlich haben, würde wahrscheinlich 100 Jahre dauern, vorausgesetzt ich hätte eine italienische „Nonna“ gehabt. Ich erkenne neidlos an: Die können es besser! Ich mache meine Pasta zwar auch gerne selber, jedoch eher wenn es der Anlass verlangt. Wenn ich Lasagne mache, oder wenn ich Nudeltäschchen mit leckeren Füllungen herstelle. Ansonsten greife ich zu bester Qualität, oft auch zur Frischware aus der Kühltheke. Was ich immer beachte, wenn ich gelegentlich Nudeln kaufe, die mit Eiern hergestellt wurden, ist die Herkunft selbiger. Bei „Bio“ fühle ich mich gut und sicher. Ich will jetzt nicht über die schwarzen Schafe nachdenken, die leider überall einmal auftauchen und mit deren Existenz gerne gegen „Bio“ argumentiert wird. Mit dieser Haltung aus Misstrauen und Unterstellung, kann man sich so ziemlich alle Wege verbauen! Ich finde, hier geht es nicht minder um die persönliche Haltung!

Entstanden ist ein wirklich wunderschön anzuschauendes Gericht, das zudem köstlich schmeckt. Das – wenn die Schnibbelarbeit erst einmal getan ist – sehr schnell zubereitet ist und außerdem außerordentlich gesund ist. Ein Traum!

Hier nun das Original-Rezept von Hans Jörg Bachmeier, das ihr auch auf der BR-Mediathek nachlesen könnt. Für alle, die hierfür keine Möglichkeit haben, habe ich es rasch aufgeschrieben!

  1. Möhre, Frühlingszwiebeln, Zuckerschoten, Pak Choi, Paprika und Rotkohl putzen, schälen bzw. waschen und in Streifen oder Ringe schneiden. Rotkohl raspeln.
  2. Zwiebel und Knoblauch schälen und in Würfel schneiden. Chilischoten entkernen, waschen und in Scheiben schneiden.
  3. Tomaten einritzen, überbrühen, häuten, vierteln, entkernen und in Würfel schneiden.
  4. Zucchini putzen, waschen und längs in dünne Streifen schneiden.
  5. Koriander mit den Wurzeln waschen, trocken tupfen und Wurzel und Koriandergrün getrennt fein hacken.
  6. Sobanudeln in Salzwasser nach Packungsanweisung garen.
  7. Sesam- und Olivenöl im Wok erhitzen. Zuerst Cashewkerne anrösten.
  8. Möhre, Zwiebel, Knoblauch, Frühlingszwiebeln und Rotkohl dazugeben und andünsten.
  9. Paprika, Zuckerschoten, Chili, Pak Choi, Tomaten und Zucchini hinzufügen und alles unter ständigem Schwenken garen.
  10. Nudeln abgießen und heiß in den Wok geben. Alle Zutaten kräftig durchschwenken, damit sie sich mischen.
  11. Mit Sojasauce, Limettensaft, Fischsauce und Salz abschmecken und mit dem Koriandergrün bestreut servieren.
Spaghetti aus Hartweizengrieß
Spaghetti aus Hartweizengrieß
  1. Möhre, Frühlingszwiebeln, Zuckerschoten, Pak Choi, Paprika und Rotkohl putzen, schälen bzw. waschen und in Streifen oder Ringe schneiden, den Rotkohl raspeln. Die Zwiebel und den Knoblauch schälen und in feine Würfel schneiden. Die Chilischoten entkernen, waschen und in Scheiben schneiden.
  2. Die Tomaten kreuzweise einritzen, überbrühen, häuten, vierteln, entkernen und in Würfel schneiden. Die Zucchini putzen, waschen und mit dem Julienneschneider wie Spaghetti längs in dünne Streifen schneiden. Den Koriander mit den Wurzeln waschen, trocken tupfen und Wurzel und Koriandergrün getrennt fein hacken.
  3. Die Sobanudeln in reichlich Salzwasser nach Packungsanweisung etwa 5 Minuten garen.
  4. Inzwischen das Sesamöl und das Olivenöl im Wok erhitzen. Zuerst die Cashewkerne darin anrösten. Dann Möhre, Zwiebel, Knoblauch, Frühlingszwiebeln und Rotkohl dazugeben und andünsten. Danach Paprika, Zuckerschoten, Chili, Pak Choi, Tomaten und Zucchini hinzufügen und alles unter ständigem Schwenken etwa 5 Minuten garen. Immer wieder etwas Nudelkochwasser und zuletzt die Korianderwurzel untermischen.
  5. Die Nudeln abgießen und sofort heiß in den Wok geben. Alle Zutaten kräftig durchschwenken, damit sie sich mischen. Mit Sojasauce, Limettensaft, Fischsauce und Salz abschmecken und mit dem Koriandergrün bestreut servieren.

Der Vollständiggkeit halber: Ich habe, wie schon in „Mein Senf“ erwähnt, statt der Sobanudeln italienische Pasta genommen. Von der Limette zusätzlich etwas Abrieb. Und eine Hand voll schöne grüne Gurken-Julienne ganz zum Schluss mit dazugegeben. Und in Ermangelung von Cashewnüssen griff ich zu gerösteten Erdnüssen.

(Für 2 Personen)

Menge Zutat
1 Möhre
2 Frühlingszwiebeln
100 g Zuckerschoten
100 g Pak Choi
100 g rote Paprikaschote
50 g Rotkohl
1 rote Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 bis 2 rote Chilischoten
2 Tomaten
1 Zucchini
1 Bund Koriander (mit Wurzeln)
150 g Sobanudeln (hier: Pasta aus Hartweizen)
  Salz
1 EL geröstetes Sesamöl
2 EL Olivenöl
20 g Cashewnüsse
2 bis 3 EL Sojasauce
1 Limette (Saft und Abrieb)
1 EL Fischsauce
 

zusätzlich bei mir:

½ Bio Gurke (in Julienne)

Tipp

Wenn etwas übrig bleibt, kann man ein herrliches Resteessen daraus machen. Einfach mit Eier-Milch und einem Schuss Sahne übergießen und in einer Pfanne stocken lassen. Dann am nächsten Tag ein oder zwei Stücke davon in eine Tupperbox packen und mit ins Büro nehmen. Das schmeckt!

Diese Seite wurde zuletzt am 11.03.2018 um 17:13 Uhr aktualisiert.

Zurück

Copyright 2019 FoodLady Jutta Hehn
Diese Site verwendet Cookies, um dir das Surfen auf diesen Seiten einfach zu machen. Wenn du meine Seiten weiterhin nutzt, gehe ich davon aus, dass du Cookies akzeptierst. Weitere Infos ...
Verstanden!