Gröstl mit Lyoner

Gröstl mit Lyoner

Gröstl mit Lyoner

10. September 2015

Was dem Nürnberger seine Bratwürste und dem Bayern seine Weißwürstel, das ist dem Saarländer sein "Lyoner“, eine extra leckere Fleischwurst im Ring. Der Lyoner wird kalt oder heiß als „Worschtweck“ verspeist. Besonders lecker schmeckt er mir knusprig gebraten. Für die kleinen Feinschmecker schnitzen liebevolle Eltern einen Lyoner-Igel: Stücke der Wurst werden halbiert, enthäutet, und auf der gerundeten Außenseite schön gleichmäßig eingeritzt. Beim Braten biegt sich die Wurst etwas durch und die Rauten stehen auseinander. Mit kindlicher Phantasie sieht man darin eben das niedliche Stacheltier (und will die Wurst hoffentlich dennoch verspeisen!).

Der Lyoner wird als Einlage für alle möglichen Sorten von Eintöpfen verwendet, in Mürbeteig-Tartes gegeben und als Wurstgulasch gereicht. Ein schöner deftiger Wurstsalat darf auch nicht unerwähnt bleiben. Vollständig ist die Liste der Köstlichkeiten aus Lyoner noch lange nicht. Eine Zeit lang gab es zum Braten des Lyoners sogar eine eigens von einem Wursthersteller und einer regionalen Gießerei entwickelte „Lyoner-Pfanne“. Diese Alu-Guss-Pfannen hatten exakt die Form und Größe eines Wurstringes und durch die spezielle Konstruktion konnte die Wurst rundherum gleichmäßig kross gebraten werden. Glücklich, wer ein solches Original noch besitzt!

Was bescheiden begann, wurde zu einem Festschmaus und wird hiermit verewigt!

Etwas Vergleichbares von der Methode habe ich ja schon im Rezept der Rumfortküche  beschrieben.

 

  1. Reste aus der Küche verwerten - Die Zutaten und die Zubereitungsreihenfolge dienen zur Anregung!
  2. Lyoner in halbe Scheiben schneiden und knusprig braten.
  3. Pellkartoffeln in Scheiben schneiden. In einer separaten Pfanne mit wenig Olivenöl und Thymian-Zitronen-Butter goldbraun braten.
  4. Eine Hand voll Kenia-Bohnenhalbieren und blanchieren.
  5. Eine rote Paprikaschote in Rauten schneiden und fast weich schmoren. Fein geschnittene Zwiebelringe hinzugeben.
  6. Zum Schluss alle Zutaten in einer Pfanne vermischen und abschmecken.
  7. Falls vorhanden, einen Salat herstellen.
  8. Ein Apfelkompott kochen. Apfelspalten mit wenig Apfelsaft in einen Topf mit Deckel geben.
  9. Stangenzimt und Sternanis dazugeben.
  10. Apfelspalten ganz langsam auf kleiner Hitze zerfallen lassen. Nicht umrühren.

Bei mir gab es gestern eine Lyonerpfanne als „Gröstl“, also ein Resteessen. Dazu habe ich ein Stück Lyoner in halbe Scheiben geschnitten und schön knusprig angebraten. Ebenso erging es einigen Pellkartoffeln. In einer separaten Pfanne habe ich sie in ein wenig Olivenöl und einem Rest Thymian-Zitronen-Butter goldbraun werden lassen. Eine Hand voll Kenia-Bohnen habe ich halbiert und blanchiert. Eine rote Paprikaschote wurde in Rauten geschnitten und fast weich geschmort. Auf halber Strecke kamen zu dieser fein geschnittene Zwiebelringe hinzu. Zum Schluss wurden alle Zutaten in einer Pfanne vermischt und abgeschmeckt. Lecker schmeckt ein wenig gehackter Kümmel dazu. Auch frische Kräuter, wie Petersilie oder Majoran passen sehr gut. Wer es gerne pikant mag, fügt Chiliflocken hinzu.

Es gibt viele saarländische Gerichte, wie z. B. „Dibbelabbes“ (eine Art Kartoffelkuchen) oder „Verheiratete“ (Kartoffeln und Mehlknödelchen in Specksauce), zu denen eine süße und eine saure Beilage gereicht werden: nämlich Apfelmus und ein grüner Salat. Zu den typisch saarländischen Gerichten gibt es demnächst mehr.

Also habe ich zu dem „Lyoner-Gröstl“ einen Salat gereicht, der aus einem Römersalatherz, Nektarinenspalten, einigen Scheibchen Minigurken und Kapernäpfeln bestand. Was aus der Not geboren wurde, steht fortan auf der Liste meiner Favoriten!

Von einem freundlichen Nachbarn wurden wir mit einer Portion Äpfel aus dem Garten beschenkt. Also habe ich ein Apfelkompott gekocht. Hierzu habe ich meine Spezialmethode. Die Apfelspalten kommen mit ganz wenig Apfelsaft (es geht auch ein Schluck Wasser) in einen Topf mit Deckel. Ein Stück Stangenzimt und ein Sternanis müssen unbedingt sein. Sonst nichts. Zucker nur, wenn die Äpfel nicht ausreichend süß sind. Dann die Apfelspalten ganz langsam auf kleiner Hitze zerfallen lassen. Zunächst nicht umrühren. So wird die untere Partie weicher, als die Spalten an der Oberfläche. Gegen Ende ein- oder zweimal umrühren, aber nicht zu heftig. So ergibt sich eine Mischung aus zerfallenen und noch grob stückigen Äpfeln. Auf diese Weise hat man viel mehr Apfelgeschmack im Mund, als bei einem durchpassierten Mus.

(Für so viele Personen, wie die Resteverwertung hergibt embarassed)

Alles, was zu einem leckeren Resteessen dazugehört und noch vorhanden ist.

Diese Seite wurde zuletzt am 19.01.2018 um 21:46 Uhr aktualisiert.

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