Caponata mit Fenchel-Pfeffer Polenta

Caponata mit Fenchel-Pfeffer Polenta

Caponata mit Fenchel-Pfeffer Polenta

12. September 2015

In der Septemberausgabe der „e&t“ finden sich, wie immer, mehrere Rezepte, die ich mit "unbedingt nachkochen!“ gekennzeichnet habe. Eines davon ist dieses. Zum einen bin ich wissenshungrig wenn es um das Thema „Auberginen“ geht. Ich liebe Auberginen, weil sie so vielseitig eingesetzt werden können. Und ich liebe das Wort „Melanzane“ weil es so genüsslich und vielversprechend klingt. Auberginen wollen nicht ausschließlich auf Antipasti-Tellern herumliegen. Ob als Sugo zur Pasta, als Moussaka, Curry, gefüllt mit Hackfleisch oder Gemüsereis: Sie haben großes Potenzial. Sie passen ins Kartoffelgulasch, verbinden sich perfekt mit Pilzaromen und lassen sich hervorragend auf asiatische Rezepturen ein. Zudem sind sie wunderschön: Perfekte Form, satte Farbe, schöner Glanz! Sie haben Wertschätzung verdient!

Außerdem wurde meine Neugierde geweckt, als ich „Caponata“ las. Von diesem Gericht hatte ich noch nie gehört. Ein kurzer Ausflug ins Internet vermittelte mir, dass es sich um einen süß-säuerlichen Gemüsemix handelt, der aus Sizilien kommt und dort je nach Region auf unterschiedlichste Art zubereitet wird. Hauptbestandteile sind immer Auberginen und Tomaten. Häufig werden Paprikaschoten, Stangensellerie und Fenchel verwendet. Das Gemüse wird kalt als Antipasti gereicht oder warm als Beilage zu Fisch und Fleisch. Nun musste die kulinarische Wissenslücke auch in der Praxis geschlossen werden!

Extrem verlockend schienen mir die gebratenen Polentaschnitten mit Pecorino und ganz viel Pfeffer. Polenta ist für mich untrennbar mit Kindheit und Italien verbunden. Meinen ersten Italienurlaub im zarten Alter von fünf Jahren, verbrachte ich in einem kleinen Bergdorf im Hause einer lauten und sehr lustigen italienischen Großfamilie. Stundenlang stand ich staunend vor dem riesigen schwarzen Kessel, der über der offenen Herdplatte baumelte. Fast scheint es mir heute, als hinge er immer und ewig dort: Niemals kalt und niemals leer! In seinem Inneren blubberte es unentwegt und die „Nonna“ rührte den Inhalt unermüdlich mit einem riesigen Holzlöffel um. Das hat sich so schön geborgen angefühlt!

Ich fand also die Rezeptur auf den ersten Blick regelrecht verführerisch. In meinem Kopf hat sich spontan eine Geschmacksexplosion zusammengebraut, im meinem Bauch ein Wohlgefühl!

Caponata

  1. Sultaninen mit kochend heißem Wasser überbrühen und beiseite stellen.
  2. Zwiebeln vierteln und quer halbieren.
  3. Zucchini und Aubergine putzen und in Segmente schneiden.
  4. Sellerie putzen in Stücke schneiden.
  5. Gemüse auf einem Backblech mit Oregano und Salz mischen. Öl untermischen. Mit Puderzucker bestäuben.
  6. Im Backofen braten.
  7. Pinienkerne goldbraun rösten und abkühlen lassen.
  8. Passierte Tomaten und Essig verrühren, mit Salz und Pfeffer würzen. Kapern unterrühren. Sultaninen zugeben.
  9. Gemüse mit der Marinade vorsichtig mischen. Mindestens 1 Stunde ziehen lassen.
  10. Kirschtomaten halbieren. Basilikumblätter abzupfen und grob schneiden. Tomaten und Basilikum unter das Gemüse heben. Caponata mit Pinienkernen bestreuen.

Fenchel-Pfeffer Polenta

  1. Fenchel, Pfeffer und Salz im Mörser mittelfein zerstoßen,  mit Maisgrieß mischen.
  2. Brühe und Milch aufkochen, Grießmischung zugeben.
  3. Polenta quellen lassen.
  4. Käse unterrühren. Polenta auskühlen lassen.
  5. Polenta auf ein Brett stürzen, in Stücke schneiden und portionsweise goldbraun braten.

Caponata

Sultaninen mit 100 ml kochend heißem Wasser überbrühen und beiseite stellen. Zwiebeln vierteln und quer halbieren. Zucchini putzen, längs vierteln und in 2 cm große Dreiecke schneiden. Aubergine in ähnlich große Segmente schneiden, salzen und für ca. 30 Minuten auf ein Sieb geben. Danach mit Küchenkrepp abtupfen. Sellerie putzen, entfädeln und schräg in 2 cm breite Stücke schneiden. Gemüse auf einem tiefen Backblech mit Oregano und Salz mischen. 4 EL Öl untermischen. Gemüse gleichmäßig mit Puderzucker bestäuben. Im vorgeheizten Backofen bei 220 °C 25 Minuten braten, nach 15 Minuten kurz durchmischen.

Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett goldbraun rösten und auf einem Teller abkühlen lassen. Passierte Tomaten und Essig in einer großen Arbeitsschale verrühren, mit Salz und Pfeffer würzen. Restliches Olivenöl und Kapern unterrühren. Sultaninen mit dem Einweichwasser zugeben. Gemüse vom Blech in die Arbeitsschale geben und mit der Marinade vorsichtig mischen. (Ich habe der Marinade noch 2 EL Honig hinzugefügt und einen Teil des Rotweinessigs durch Himbeerbalsam ersetzt). Gemüse mindestens 1 Stunde ziehen lassen.

Kirschtomaten halbieren. Basilikumblätter abzupfen und grob schneiden. Tomaten und Basilikum unter das Gemüse heben. Caponata mit Pinienkernen bestreuen.

Fenchel-Pfeffer Polenta

Fenchel, Pfeffer und etwas Salz im Mörser mittelfein zerstoßen und mit dem Maisgrieß mischen. Brühe und Milch aufkochen, Grießmischung unter Rühren mit dem Schneebesen zugeben. Polenta bei mildester Hitze unter häufigem Rühren mit einem Rührlöffel (oder Teigschaber) 10 bis 15 Minuten quellen lassen.

Käse unterrühren. Polenta in eine Schüssel (24 cm Durchmesser) geben und vollständig (am besten über Nacht) auskühlen lassen. Tipp von mir: Die Schüssel vorher mit Klarsichtfolie auslegen, dann kann man die fest gewordene Masse besser entnehmen.

Am Tag danach Polenta auf ein Brett stürzen und in 12 bis 16 Stücke schneiden. Stücke portionsweise im heißen Öl rundum goldbraun braten und zur Caponata servieren. Und noch ein Tipp von mir für den perfekten Genuss: Einen Teil des Olivenöls durch Butter ersetzen!

Was soll ich sagen? Meine Erwartungen an das Rezept wurden nicht enttäuscht. Das eigentlich bäuerliche Gericht hat viel zu bieten: Es ist fruchtig, pikant, knusprig, pfeffrig und schmeckt einfach total nach Italienurlaub!

(Für 4 Personen)

Caponata

Menge Zutat
50 g Sultaninen
3 Zwiebeln (ca. 200 g)
2 Zucchini (ca. 600 g)
1 Aubergine (ca. 400 g)
200 g Staudensellerie
1 TL Oregano
8 EL Olivenöl
2 TL Puderzucker
  Salz
40 g Pinienkerne
6 EL passierte Tomaten
7 bis 8 EL Rotweinessig
30 g kleine Kapern
300 g Kirschtomaten
4 Stiele Basilikum

Fenchel-Pfeffer Polenta

Menge Zutat
1 gehäufter TL Fenchelsaat
1 TL schwarze Pfefferkörner
200 g Polenta
  Salz
400 ml Gemüsebrühe
400 ml Milch
60 g alter Pecorino (frisch gerieben)
2 bis 4 EL Öl

Diese Seite wurde zuletzt am 19.01.2018 um 19:40 Uhr aktualisiert.

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