Allerlei nach Art des Hauses (Rumfortküche)

Allerlei nach Art des Hauses (Rumfortküche)

Allerlei nach Art des Hauses (Rumfortküche)

18. September 2015

Heute stelle ich einmal eine sehr lieb gewordene Marotte von mir vor. Nicht, dass ich nur diese eine hätte! Bevor wir in den Urlaub fahren, putze ich nicht nur das ganze Haus blitzblank, sondern auch den Kühlschrank. Dem geht natürlich eine sorgfältige Sichtung voraus. Da ich jeden Abend koche und ein großer Schwerpunkt auf Gemüse liegt, ergibt die Sichtung stets ein stattliches Resultat.

Alles, was herumliegt und weg („fort“) muss, wird für ein Eintopfgericht oder einen Auflauf hergenommen. Vielleicht kennt ihr ja den hierfür kreierten Begriff der „RumFort-Küche“. Diese wird bei mir also regelmäßig und mit großer Begeisterung praktiziert. Das gehört für mich als Ritual zu den Urlaubsvorbereitungen dazu. Geht es mir alleine so, dass mit das Schönste am Urlaub die Vorbereitungen sind? Da läuft das Kopfkino auf Hochtouren, und es kommt die ganze schöne Vorfreude auf!

Die RumFort-Küche ist in diesem Falle ist ein „Eintopf“, den ich am vorletzten Tag zubereite. Am letzten Tag wird nicht mehr gekocht, denn dann ist der Herd schon gewienert. Ich koche für sechs Mann, also dreimal zwei Portionen. Für diesen Tag, den letzten Tag und den Abend nach der Rückkehr (dieser Part wandert natürlich in den Froster). Das mache ich immer so. So schließt sich dann der Kreis, und man kann in Ruhe und bei einem guten Schluck Wein das Erlebte nochmal passieren lassen. Und wie schön ist es dann jedes Mal, wieder zuhause zu sein. Die Katze schnurrt besonders laut, ein köstliches Abendessen braucht nur noch gefinisht zu werden: Was will man mehr?

Ich schreibe euch jetzt kein genaues Rezept, denn das ist es ja auch nicht. Ich hatte im Kühlschrank noch Einiges an Gemüse, wie Möhren, Fenchel, Sellerie, Kartoffeln und Zucchini. Einige Champignons, etwas Lauch, zwei Cabanossi (die habe ich immer da, denn die sind eine echte Geheimwaffe), sowie einen Rest gewürztes Hackfleisch vom Vortag (es gab gefüllte Gemüse mit Joghurt-Minze-Dip). Dann waren noch einige Kirschtomaten da, ein Rest TK-Spinat, der von einer köstlichen Lasagne noch übrig war, ein angefangener Becher Crème Fraîche, ein Rest Kapernäpfel und noch einige Kressesprossen (die ich immer auf der Fensterbank züchte und dann im Kühlschrank aufbewahre) zur Dekoration und ein paar Pinienkerne standen noch in der Küche herum. Also den Herd anfeuern und loslegen!

Aus den klein geschnittenen Gemüsen habe ich eine schöne Gemüsesuppe gekocht. Die Gemüse werden nach und nach zugegeben, je nach ihrem Gargrad. Keines der Gemüse sollte völlig zerkocht sein. Das Ganze soll, zumindest am heutigen Tag, noch sehr schön angerichtet werden: Es wird ein Türmchen gebaut! Die gewaschenen Tomaten gebe ich im Ganzen kurz mit in den Topf und nehme sie dann mit der Schaumkelle wieder heraus. So lässt sich die Schale ganz leicht abziehen. Den Spinat lasse ich abtropfen, drücke ihn aus, und gebe ich mit etwas Knoblauch und Olivenöl in einen Topf, um ihn zusammenfallen zu lassen.

Die Hackfleischmasse gebe ich mit den klein geschnittenen Cabanossi und einem Schluck Sahne in den Mixer. Hinzu kommen zusätzlich noch ein paar von den Kapernäpfeln. Aus der entstandenen Masse habe ich mit zwei Löffelchen kleine Nocken geformt und diese in etwas Olivenöl knusprig angebraten.

Nun teilen sich die Wege. Der Eintopf für diesen Abend soll, wie gesagt, sehr schön angerichtet werden. Also nehme ich einen Teil der Gemüse mit der Schaumkelle heraus und stelle sie beiseite. Sie werden kurz vor dem Anrichten in etwas Butter warm geschwenkt. Die Klößchen stehen ebenfalls auf kleiner Hitze an der Seite. Die Pinienkerne sind angeröstet. Aus einigen Zweigen Basilikum, die schon angefangen hatten zu blühen, habe ich noch rasch ein Basilikumöl aufgemixt. Einen Teil der Gemüsesuppe siebe ich ab, um nur die Brühe zu haben. Der Rest der Gemüsesuppe wird gemixt und dient an den beiden anderen Abenden als Basis für ein gesundes und leckeres Gericht. Sind wir – wie ganz oft – am Bodensee, so kommt nach der Rückkehr zum Beispiel leckeres geräuchertes Fischfilet oder pochierter Seefisch als Einlage in den Teller. Dazu einige frische Kräuter aus dem Garten und geröstetes Knoblauch-Baguette. Herrlich!

Nun richte ich den heutigen Teller an. Ich nehme einen meiner grandiosen „Allrounder“-Teller mit kleiner Ausbuchtung und breitem Rand und setzte einen Servierring hinein. Nun schichte ich die Gemüse, drücke sie fest, gebe zuoberst den Spinat als Bett für die Klößchen darauf. Und „klebe“ dann mit der Crème-Fraîche die Deko darauf. Zu allerletzt das kleine Kressebüschel.

Nun wird die Brühe vorsichtig darum herumgegossen. Mit dem Basilikumöl noch schön dekorieren und nun ganz vorsichtig den Ring abziehen! Mit viel Geschick und Glück, bleibt das Gemüse schön beieinander. Noch schnell ein paar schöne Fotos und dann einen guten Appetit! Morgen werden die Koffer gepackt und dann kann es am Sonntag in der Früh losgehen – Juhu! Bis bald!

Diese Seite wurde zuletzt am 15.01.2018 um 19:25 Uhr aktualisiert.

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